Verschwinden die Missempfindungen bei Multipler Sklerose wieder?

Zu Beginn der Krankheit verschwinden die Missempfindungen nach einiger Zeit meist wieder - genauso wie sie gekommen sind. Vor allem in einem späteren Stadium der Multiplen Sklerose kann es aber auch zu bleibenden und damit chronischen Missempfindungen kommen.

Ein Wechselbad an Gefühlsstörungen

Die meisten Menschen mit Multipler Sklerose kennen nach längerer Zeit meist eine Vielzahl verschiedener und auch wechselnder Missempfindungen. Manchmal sind sie mit einem Schub assoziiert, manchmal treten sie aber auch in einer Ruhephase der Erkrankung auf.

Neben Störungen der Oberflächen- und Tiefensensibilität kann auch das Schmerz- und/oder das Temperaturempfinden fehlgesteuert sein und zeitweise eventuell sogar komplett ausfallen. Die Sensibilitätsstörungen im Rahmen der Multiplen Sklerose sind nicht nur vielfältig, sondern individuell auch sehr variabel und unterschiedlich intensiv. Während hin und wieder beispielsweise nur scharf begrenzte, fleckförmige Missempfindungen auftreten, steht zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht eher eine generell gesteigerte Wahrnehmung von Reizen im Vordergrund.

Basistherapie schafft bessere Voraussetzungen

Die Empfindungs- bzw. Gefühlswahrnehmungsstörungen entstehen, wie die anderen MS-bedingten Symptome auch, durch wechselnde Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark. Die Beschwerden können zum Teil von allein wieder verschwinden oder durch eine gezielte Therapie gebessert bzw. sogar ganz beseitigt werden.

Die individuelle Verlaufsform der MS ist leider nicht vorhersehbar. Somit kann man auch nichts Genaues zur Beständigkeit bestimmter Symptome sagen. Was man inzwischen allerdings aus Erfahrungswerten und Studien weiß: Eine adäquate, frühzeitige Basistherapie mit den heute zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen führt insgesamt zu einem besseren Krankheitsverlauf der MS mit weniger Beschwerden und Funktionseinschränkungen.

Kann, muss aber nicht

Ob, wie oft, welcher Art und über welchen Zeitraum bei Ihnen MS-bedingte Missempfindungen auftreten können, steht in den Sternen. Dennoch möchten wir Ihnen nachfolgend die häufigsten Sensibilitätsstörungen vorstellen, die bei dieser chronisch-neurologischen Autoimmunerkrankung vorkommen können.

Klassische Empfindungsstörungen, die bei Multipler Sklerose beschrieben werden:

  • Kribbeln, "Ameisenlaufen" an wechselnden Körperstellen
  • Pelzigkeits- und Taubheitsgefühl, "wie Watte zwischen den Fingern oder unter den Füßen"
  • brennende, stechende und hitzige Missempfindungen
  • schmerzendes Kälte- oder Wärmegefühl
  • fehlendes bzw. gestörtes Temperaturempfinden
  • Gefühl des Eingeschnürtseins (um den Brustkorb, an den Gelenken)
  • elektrisierende Missempfindungen (z. B. Lhermitte-Zeichen mit Ausstrahlung vom Nacken aus)
  • Schwellungs- und Druckgefühl

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Dr. med. Sonia Trowe

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Kommentare (1)
Missempfinden
1 Sonntag, den 25. Januar 2015 um 18:02 Uhr
Habe seit diesem Jahr 05.01.15 meine Diagnose bekommen. Habe Entzündungsherde im Kopf und Rückenmark.
Was nach der Kortisontherapie blieb und immer noch ist, ist ein stechender Schmerz am Steiß links und rechts zum Po und beide Fußsohlen Taubheitsgefühl. Bleibt das jetzt so oder dauert es nur?
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