Ist die Multiple Sklerose eine tödliche Krankheit?

Nein, die chronischen Entzündungen bei der Multiplen Sklerose (MS) können zwar bleibende Beeinträchtigungen nach sich ziehen, führen aber in der Regel nicht zum Tod. Todesfälle kommen ganz selten bei sehr schweren Verläufen vor, stellen aber die absolute Ausnahme dar.

Lebenserwartung kaum verringert

In den letzten Jahren ließ sich zunehmend beobachten, dass die Lebenserwartung von Menschen mit Multipler Sklerose deutlich gestiegen ist und sich kaum noch von der "gesunder" Personen unterscheidet.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung sowohl auf die effektiveren verlaufsmodifizierenden Therapien als auch auf die verbesserte Behandlung von möglichen Begleiterkrankungen (z. B. schwere Entzündungen der Harn- und Atemwege). Laut Studiendaten sinkt die Sterblichkeit bei MS-Erkrankten weiterhin nachweislich.

Glücklich & aktiv trotz MS

Viele Menschen mit MS führen ein aktives Leben und sind auch nach vielen Krankheitsjahren nicht oder nur wenig eingeschränkt. Manchmal sind die neurologischen Beeinträchtigungen auch nur vorübergehender Natur, verflüchtigen sich also wieder nach einem Schub.

Ein Todesurteil ist diese chronische Krankheit jedenfalls nicht. Doch es muss jeder lernen, mit ihr umzugehen, weil sie nach wie vor nicht heilbar ist. Sie selbst können viel dazu beitragen, um trotz der MS ein schönes, zufriedenes und langes Leben zu führen.

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei Multipler Sklerose

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Empfehlungen zum besseren Umgang mit der Autoimmunerkrankung MS:

  • Informieren Sie sich frühzeitig über die Möglichkeiten verlaufsmodifizierender (krankheitsverändernder) Arzneimittel. Sie können u. a. die Schubfrequenz senken, die Krankheitsaktivität reduzieren und insgesamt das Fortschreiten der MS verzögern.
  • Sorgen Sie für Ihre Gesundheit. Vermeiden Sie Infektionen, bewegen Sie sich ausreichend an der frischen Luft, ernähren Sie sich gesund, schlafen Sie genug.
  • Verschweigen Sie keine neu aufgetretenen Begleitsymptome (Blasen- und Darmstörungen, Muskellähmungen, Sexualstörungen, Konzentrationsschwächen etc.), sondern lassen Sie sich rechtzeitig untersuchen und ggf. entsprechend behandeln.
  • Suchen Sie den Kontakt zu Gleichgesinnten, tauschen Sie sich mit Ihnen aus, organisieren Sie gemeinsame Unternehmungen.
  • Versuchen Sie, nicht immer alles selbst in die Hand zu nehmen. Mit einem gut funktionierenden Netzwerk (Familie, Freunde, Kollegen, Bekannte, Therapeuten) lassen sich Alltagshürden besser und stressfreier bewältigen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Dr. med. Sonia Trowe

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Kommentare (2)
MS als tödliche Krankheit
2 Samstag, den 31. Oktober 2015 um 15:19 Uhr
Ich kenne auch zwei Menschen, die daran verstorben sind.
MS nicht tödlich...
1 Mittwoch, den 29. April 2015 um 21:32 Uhr
Kenne persönlich 2 Menschen, die an den Folgen der MS verstorben sind.
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