Wirkt sich Rauchen ungünstig auf den Verlauf einer MS aus?

Statistisch betrachtet ja. Insbesondere MS-Patienten, die sehr früh mit dem Rauchen begonnen haben, sind im Vergleich mit Nichtrauchern etwas häufiger von einem rascheren Fortschreiten der Multiplen Sklerose betroffen. Warum das so ist, ist bis heute ungeklärt.

Gute Gründe gegen Nikotin

Dass Rauchen ungesund ist, sollte zumindest jedem erwachsenen Menschen inzwischen klar sein. Doch gerade bei chronischen Erkrankungen kann sich dieses Laster nochmal zusätzlich negativ auswirken.

Argumente, weshalb man insbesondere bei MS vorzugsweise nicht (mehr) rauchen sollte:

  • Überzufällig viele Raucher entwickeln eine Multiple Sklerose. Rauchen scheint also generell das Risiko einer MS zu erhöhen.
  • Nikotin ist ein Nervengift und sollte deshalb bei einer Erkrankung des zentralen Nervensystems möglichst vermieden werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit eines Übergangs vom schubförmigen (RRMS) in den sekundär chronisch-progredienten Verlauf der MS (SPMS) scheint bei Rauchern deutlich erhöht.
  • Im Laufe der MS-Erkrankung erworbene Behinderungen werden durch das Rauchen ungünstig beeinflusst.

Einer unter vielen

Wie immer bei solchen Studienergebnissen, die auf dem Vergleich größerer Gruppen an Probanden mit unterschiedlichen Risikofaktoren beruhen, ist beim Rückschluss auf die eigene Situation allerdings Vorsicht angebracht: Längst nicht jeder Raucher mit MS erlebt tatsächlich einen progressiven Verlauf der Erkrankung.

Rauchen ist somit sicherlich einer von zahlreichen Faktoren, die das Risiko beeinflussen können, aber eben auch nicht der einzige.

Rauchstopp zahlt sich aus

In jedem Fall lohnt auch noch das "späte" Aufhören. Die schädliche Wirkung des Rauchens lässt nämlich kontinuierlich nach, sobald Sie die Zigaretten weglassen. Wenn Sie dem Rauchen also zukünftig abschwören, kann das den Krankheitsfortschritt der MS wieder verlangsamen.

Übrigens, wussten Sie, dass nach zehn Jahren Nikotinabstinenz das MS-Risiko wieder dem eines Nichtrauchers entspricht? Wenn das mal keine Perspektive ist…

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Dr. med. Sonia Trowe

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Kommentare (2)
MS-Leiden, Anhang zum Thema Rauchen
2 Mittwoch, den 07. September 2016 um 16:29 Uhr
Bin Gott sei Dank von dieser Abhängigkeit verschont geblieben.
MS-Leiden
1 Mittwoch, den 07. September 2016 um 16:24 Uhr
Vor 23 Jahren erhielt ich die Diagnose, die Anfangssymptome: Doppelbilder, Schleiersehen, Kribbeln in Beinen/Füßen+Händen haben sich unter Cortison zurückgebildet, die Blase machte die größten Probleme + wurde mit einem suprapubischen Blasenkatheter versorgt, mit dem ich mich inzwischen aber mit guter Pflege + Kontr. durch Urologin arrangiert habe.
Laufen wurde mit der Zeit schwieriger, inzwischen ist glücklicherweise der Rollstuhl mein täglicher Begleiter. In meinem MS-Bekanntenkreis weiß ich auch von 3 Todesfällen. Gibt mir den Anlaß, mich weiterhin dem Schöpfer+Planer meines Lebens anzuvertrauen, der mich mit so vielem Guten (Frohnatur seit Geburt vor 55J., Ehemann, Familie, Freunde, Gemeinde, ungezählte Wohltaten) beschenkt hat. Wäre ja dumm, den täglichen Kontakt zu ihm abzubrechen!
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