Besteht bei Multipler Sklerose ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaft und Geburt?

Nein. Schwangerschaft und Geburt verlaufen bei MS-erkrankten Frauen nicht anders als bei gesunden. Es besteht trotz der Multiplen Sklerose kein erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten oder gar Missbildungen des Kindes.

Leichtere Babys

Das einzige, was man in diesem Kontext vielleicht als aussagekräftigen Unterschied bezeichnen könnte, ist das Geburtsgewicht der Kinder. Untersuchungen konnten nachweisen, dass Neugeborene von Müttern mit Multipler Sklerose ein um 100 bis 150 Gramm geringeres Gewicht bei der Geburt aufweisen im Vergleich zu den Babys gesunder Frauen.

Was allerdings reine Statistikspielerei ist, denn bis auf das etwas leichtere Gewicht haben die Kleinen (ebenso wenig wie die Mütter) keinerlei andere "Auffälligkeiten".

Entbindungsart ohne Relevanz

Manche Frauen fragen sich in diesem Zusammenhang, ob eventuell die Art der Entbindung einen Einfluss auf die MS-Erkrankung haben könnte. Doch auch hier können wir Sie beruhigen. Egal, ob Sie sich für einen Kaiserschnitt oder für eine natürliche Geburt entscheiden, der Schubanstieg nach der Schwangerschaft steht in keinem Zusammenhang zur gewählten Entbindungsvariante.

Hierbei spielt es übrigens auch keine Rolle, ob Sie sich während der Geburt eine Vollnarkose oder eine PDA (Periduralanästhesie) geben lassen oder auf beides verzichten. So hat auch die Wahl der Anästhesieform keinerlei Einfluss auf den Verlauf der Multiplen Sklerose.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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