Können auch während einer Schwangerschaft MS-Schübe auftreten?

Ja, allerdings kommt das eher selten vor. Vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel ist die Wahrscheinlichkeit für MS-Schübe deutlich reduziert. Hier schützt sich der Körper offenbar instinktiv selbst bzw. das Baby.

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Risiko steigt erst nach Entbindung

In den drei Monaten nach der Geburt nimmt das Risiko, einen MS-Schub zu bekommen, dagegen zu. Danach pendelt es sich statistisch wieder dort ein, wo es vor der Schwangerschaft lag.

Gut in diesem Zusammenhang zu wissen: Laut Studien kann sich ein zweimonatiges Vollstillen wiederum günstig auf die Schubrate der MS auswirken. Allerdings wird davon abgeraten, länger als zwölf Monate zu stillen, auch wenn die MS positiv verläuft.

Kortison-Therapie möglich

Sollte es während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit doch zu MS-Schüben kommen, besteht durchaus die Möglichkeit, sie kurzzeitig mit (hochdosiertem) Kortison zu behandeln. Letztendlich ist es immer ein Abwägen von Nutzen und Risiko für Mutter und Kind.

Wiederholte Kortison-Gaben während der Schwangerschaft erfordern allerdings engmaschige (Ultraschall-)Kontrollen des Ungeborenen. In der Stillzeit sollte man bei einer wiederholten Gabe hoher Dosen von Kortison möglichst auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Stillpausen achten.

Autoren: Dr. med. Jörg Zorn, Dr. med. Sonia Trowe

Weitere Fragen und Antworten zur Schwangerschaft finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Eltern_Kind

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