MS-Schub: Was passiert, wenn ich die Kortison-Behandlung abbreche?

Der Abbruch einer Kortison-Behandlung ist jederzeit möglich, ohne dass mit einer Zunahme von Beschwerden zu rechnen ist. Allerdings bilden sich bestehende Beeinträchtigungen möglicherweise langsamer zurück als dies mit einer fortgeführten Kortison-Behandlung der Fall gewesen wäre.

Aber wissen tut man das nie, weil man nie den Vergleich hat. Entweder man bricht ab oder man zieht durch, was passiert wäre wenn, ist im Einzelfall nie zu ermitteln.

Kortison ist immer ein zweischneidiges Schwert

Insgesamt muss man zur Kortison-Behandlung des akuten Schubs folgendes sagen: In den gängigen Experten-Richtlinien wird eindeutig zu diesem Vorgehen geraten. Es gibt aber unter den Menschen mit Multipler Sklerose auch solche, die ein Bekämpfen der MS mit Kortison (und auch mit anderen Immunblockern wie Interferon) komplett ablehnen. Entweder aus sachlichem Zweifel an der Wirksamkeit heraus, manchmal womöglich aber auch eher aus emotional gefärbten Gründen.

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Tatsache ist, dass Kortison entzündliche Prozesse im Körper unterdrücken und die damit einhergehenden Beschwerden lindern kann. Das ist bei Asthma so, bei der MS so und auch bei vielen "ähnlichen" Erkrankungen so. Tatsache ist aber auch, dass Kortison das Problem nie an der Wurzel packt. Es ist immer nur ein Symptom-Bekämpfer, teilweise um den Preis recht heftiger Nebenwirkungen.

Was wir empfehlen? Lassen Sie sich von Ihrem Arzt dazu gut beraten. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich eine Zweitmeinung. Und entscheiden Sie bitte selbst mit! Sobald eine Kortison-Schubbehandlung begonnen wurde, macht es aus unserer Sicht schon Sinn, sie dann auch durchzuziehen. Nur dann hat man im Wiederholungsfall eine wirkliche Erfahrung damit gemacht.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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