MS-Schub: Sollte man lieber sofort mit einer Kortison-Behandlung beginnen?

Von den meisten Ärzten wird die frühe Behandlung mit Kortison empfohlen, wenn sich ein Schub ankündigt. Aber eine Wirksamkeit ist häufig auch noch gegeben, wenn man mit dem Kortison erst mehrere Wochen nach Beginn der Beschwerden beginnt. Vergleichende Studien konnten jedenfalls keine großen Unterschiede belegen.

In der Regel handhabt es die Mehrzahl der Neurologen aber so, dass sie bei ausgeprägten Symptomen möglichst schnell, also innerhalb von zwei bis fünf Tagen nach Beginn des MS-Schubes, mit einer Kortison-Pulstherapie starten.

Folgeschäden abwenden

Ziel einer Kortison-Hochdosistherapie im Rahmen eines MS-Schubes ist es, den akuten Entzündungsprozess und somit das überschießende Immunsystem zu hemmen. Die Kurzzeit-Behandlung soll dabei aber nicht nur akute Beschwerden und somit die Dauer des Krankheitsschubes verkürzen, sondern vor allem auch potenzielle Folgeschäden durch die Entzündungen verhindern.

Deshalb ist genau abzuwägen, ob man als Betroffener auf Kortison verzichten möchte oder lieber doch nicht. Denn natürlich ist auch ohne Kortison normalerweise mit einem Rückgang der akuten Beschwerden zu rechnen. Vor allem bei reinen Sensibilitätsstörungen muss man nicht unbedingt gleich zur Medikamentenkeule greifen. Aber das gilt wie gesagt nicht für alle Beeinträchtigungen und Beschwerden.

Klassische Einsatzgebiete fürs Kortison

Um Ihnen einen besseren Überblick über die Störungen oder funktionellen Beeinträchtigungen im Rahmen eines MS-Schubes zu geben, bei denen u. a. Folgeschäden zu erwarten sind bzw. eine antientzündliche Therapie dringend indiziert ist, haben wir nachfolgend eine kleine Liste zusammengestellt.

Typische Beschwerden eines MS-Schubs, die eine Hochdosisbehandlung mit Kortison rechtfertigen:

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  • akute Störungen der Blasen- und Darmfunktionen
  • einschränkende Schluck- und Sprechstörungen
  • ausgeprägte Sehstörungen durch Entzündungen des Sehnervs bzw. mitversorgender Hirnnerven
  • starke spastische Lähmungen, Bewegungsstörungen
  • starke Schmerzen

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Dr. med. Sonia Trowe

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