Multiple Sklerose: Stoßtherapie mit Kortison

Was ist eigentlich eine sogenannte Stoßtherapie bei Multipler Sklerose? Wird dabei ausschließlich Kortison verabreicht? Welche Auswirkungen hat das Kortison auf den Körper und auf die MS-Symptome? Ist bei der Stoßtherapie eine ambulante oder eine stationäre Behandlung sinnvoller? Mehr dazu in diesem Kapitel.

Lässt sich mit Kortison ein MS-Schub verkürzen?

Ja, zumindest bei einem Teil der Betroffenen kann Kortison die Schub-Dauer bei der Multiplen Sklerose verkürzen. Das ließ sich mittlerweile in einer kontrollierten Studie belegen.

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Multiple Sklerose: Kann Kortison die Beeinträchtigungen nach dem Schub reduzieren?

Diese Frage lässt sich derzeit nicht beantworten, weil dazu keine eindeutigen Studiendaten vorliegen. Es gibt zwar zahlreiche individuelle Erfahrungen dazu (und einige durchaus positiv), aber das erscheint uns zu unsicher, um hier eine verlässliche Antwort zu geben.

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MS-Schub: Sollte man lieber sofort mit einer Kortison-Behandlung beginnen?

Von den meisten Ärzten wird die frühe Behandlung mit Kortison empfohlen, wenn sich ein Schub ankündigt. Aber eine Wirksamkeit ist häufig auch noch gegeben, wenn man mit dem Kortison erst mehrere Wochen nach Beginn der Beschwerden beginnt. Vergleichende Studien konnten jedenfalls keine großen Unterschiede belegen.

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MS: Kann die Stoßtherapie mit Kortison neue Schübe verhindern oder verzögern?

Nein, wahrscheinlich nicht, auch wenn diese Frage nicht eindeutig geklärt ist. Zusammenfassende "Meta-Analysen" früherer Studien ergaben bislang jedenfalls keine Hinweise darauf, dass die Korstison-Behandlung die Wahrscheinlichkeit des Auftretens neuer Schübe beeinflusst.

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Wie läuft eine Kortison-Stoßtherapie (Pulstherapie) konkret ab?

Das Procedere beginnt meist einen Tag vor der eigentlichen Behandlung mit einer Blut- und Urinuntersuchung. Dabei werden vor allem die Blutzellen, die Blutsenkungsgeschwindigkeit und der Urin auf Infektionszeichen untersucht. Da Kortison das Immunsystem stark schwächt, ist es sehr wichtig, vorher mögliche Infekte auszuschließen.

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MS-Schub: Wie lange dauert eine sogenannte Stoßtherapie mit Kortison?

Üblicherweise dauert eine Hochdosis- oder Ultrahochdosisbehandlung mit Kortison gegen einen akuten Schub der Multiplen Sklerose drei bis fünf Tage. Anschließend wird die Dosis entweder Schritt für Schritt reduziert und somit "ausgeschlichen" oder sie wird abrupt abgesetzt.

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MS: Wie häufig kann eine Kortison-Behandlung durchgeführt werden?

Grundsätzlich gibt es keine Beschränkung der Anzahl der durchgeführten Kortison-Behandlungen bei der Multiplen Sklerose. Die hochdosierte Stoßtherapie wird meist dann durchgeführt, wenn es zu Funktionsbeeinträchtigungen im Rahmen eines Schubes kommt.

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MS-Schub: Was passiert, wenn ich die Kortison-Behandlung abbreche?

Der Abbruch einer Kortison-Behandlung ist jederzeit möglich, ohne dass mit einer Zunahme von Beschwerden zu rechnen ist. Allerdings bilden sich bestehende Beeinträchtigungen möglicherweise langsamer zurück als dies mit einer fortgeführten Kortison-Behandlung der Fall gewesen wäre.

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Stimmt es, dass das Kortison bei einer MS-Stoßtherapie gespritzt werden muss?

Ja, meistens. Besonders bei einer Hochdosis- und Ultrahochdosisbehandlung mit Kortison wird das Medikament über die Vene als Infusion verabreicht. Anders als beim Interferon spritzt man hier also nicht selbst.

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Wie hoch muss Kortison bei der Schubtherapie der Multiplen Sklerose dosiert werden?

In der Schubtherapie der MS spricht man nicht ohne Grund von einer Kortison-Hochdosisbehandlung. Gängig sind z.B. 500 bis 1.000 mg Methylprednisolon am Tag.

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MS-Stoßtherapie: Ist es zwingend erforderlich, die Kortison-Dosis nur langsam zu reduzieren?

Nein. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Kortison-Dosis nur langsam reduziert werden sollte, um keine nachteiligen Effekte zu haben. Dieses sogenannte "Ausschleichen" ist aber nach einer jüngeren Studie nicht besser (aber auch nicht schlechter) als ein abruptes Absetzen der Infusionen (Neurology 2003; 60:477-478).

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Wie stark sind verschiedene Kortison-Präparate im Vergleich?

Kortison ist nicht gleich Kortison. Auch Hydrokortison, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon und Dexamethason sind Kortison-Präparate, die alle in der Schubbehandlung von MS eingesetzt werden.

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