Wann kommt bei MS eine Behandlung mit Ocrelizumab in Betracht?

Der monoklonale Antikörper Ocrelizumab (Ocrevus®) ist in der EU seit 2018 sowohl zur Behandlung der primär progredienten MS (PPMS) im Frühstadium als auch der häufigeren schubförmigen Form von MS (RMS) zugelassen.

Das Besondere daran

Ocrevus® ist das erste "krankheitsmodifizierende" Arzneimittel, das in der Europäischen Union für Menschen mit PPMS im Frühstadium zugelassen ist. Das bedeutet, es kann bei diesen Betroffenen den Verlauf der Erkrankung verändern.

Etwa 10 bis 15 % aller Menschen mit Multipler Sklerose leiden unter der primär progredienten Form der Erkrankung. Bis dato gab es für diese Gruppe keine zugelassene Behandlungsmöglichkeit. Seit 2018 können sie von dem Antikörper profitieren. Ocrevus® soll bei der PPMS die Abnahme der Gehgeschwindigkeit und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Weniger Schübe, weniger Krankheitsaktivität

Bei der schubförmigen Form der Multiplen Sklerose (RMS) soll Ocrelizumab dazu beitragen, die Anzahl an Schüben deutlich zu verringern und das Fortschreiten der Erkrankung erkennbar zu verlangsamen. Unter Ocrevus® weisen RMS-Betroffene außerdem nachweislich weniger Anzeichen an Krankheitsaktivität auf – sowohl bezogen auf Gehirnläsionen (im MRT sichtbare Gehirnschädigungen) als auch auf die Zunahme neurologisch bedingter Behinderungen.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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