Auf welche Weise wirkt Ocrelizumab gegen Multiple Sklerose?

Ocrelizumab ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper, der sich an Eiweißstoffe auf der Oberfläche von Immunzellen haftet. Diese Zellen werden in der Folge zerstört. Damit erzielt Ocrelizumab unterm Strich einen dämpfenden Effekt auf das Immunsystem.

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei Multipler Sklerose

weiterlesen...

Gezielter Angriff

Das Besondere an diesem Wirkstoff ist, dass er direkt an B-Lymphozyten (spezielle weiße Blutkörperchen) andockt, und zwar nur an solche, die das CD20-Antigen tragen. Damit greift Ocrelizumab (Handelsname Ocrevus®) genau die Zellen des Immunsystems an, die bei der Entzündungsreaktion der Multiplen Sklerose (MS) eine große Rolle spielen.

Gut zu wissen: Die generelle Fähigkeit zur B-Zellen-Produktion und die restliche körpereigene Abwehr bleiben weiter erhalten.

Es scheint zu funktionieren

Der exakte Wirkmechanismus von Ocrevus®, der den Krankheitsverlauf bei der Multiplen Sklerose beeinflusst, ist bislang zwar noch nicht vollständig geklärt. Klar ist aber, dass er mit einer reduzierten Anzahl und Funktion der CD20-B-Zellen eng verknüpft ist.

Als "krankheitsmodifizierendes" Arzneimittel bewirkt Ocrevus® bei der RMS und der PPMS also folgendes:

  • Es vermindert die Menge an zirkulierenden CD20-positiven B-Lymphozyten.
  • Durch diesen ausgewählten Angriff auf das Immunsystem wird das Auftreten eines MS-Schubes weniger wahrscheinlich.
  • Betroffene weisen zudem weniger Anzeichen an Krankheitsaktivität auf.
  • Das Fortschreiten der Erkrankung wird durch die zerstörten Abwehrzellen insgesamt verlangsamt.

Autoren: Dres. med. J. Hofmann, J. Zorn, S. Trowe

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen