Wie wird die sekundär progrediente MS behandelt?

Als Langzeitbehandlung der sekundär progredienten Multiplen Sklerose gilt Mitoxantron (Ralenova®) als Mittel der ersten Wahl. Dieses Medikament kann wegen der Gefahr von Herzschäden allerdings nicht lebenslang eingenommen werden.

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Ist hier die Langzeit-Höchstdosis erreicht und ist die Erkrankung nach wie vor aktiv, wird u. a. auf intervallartige Stoßtherapien mit Glukokortikoiden oder Cyclophosphamid gewechselt.

Mit oder ohne Schübe?

Die Behandlung der sekundär progredienten Multiplen Sklerose (SPMS) ist nicht ganz einfach und aktuell auch Gegenstand intensiver Pharmaforschung. Je nachdem, ob es sich um eine SPMS ohne oder mit aufgesetzten Schüben handelt, gibt es derzeit unterschiedliche Therapieempfehlungen.

Verlaufsmodifizierende Therapie der SPMS ohne aufgesetzte Schübe:

  • Mitoxantron
  • Cyclophosphamid (in Einzelfällen)
  • ggf. intravenöse Immunglobuline als Alternative

Verlaufsmodifizierende Therapie der SPMS mit aufgesetzten Schüben:

  • Interferone beta-1b (Betaferon®, Extavia®)
  • Interferon beta-1a (Rebif®)
  • Ocrelizumab (Ocrevus®)
  • Mitoxantron (Mittel der 2. Wahl)
  • Cyclophosphamid (in Einzelfällen im Sinne eines individuellen Heilversuchs)

Schwerpunkt: symptomatische Therapie

Im Falle der SPMS sollte der Schwerpunkt der Behandlung jedoch vor allem auf der symptomatischen Therapie liegen. Neben der Physio-, Ergo- und ggf. auch Psychotherapie gehören dazu unter Umständen auch Medikamente bei urologischen Problemen, Spastiken, Depressionen etc.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Dr. med. Sonia Trowe

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