Wie wird die schubweise verlaufende MS auf Dauer behandelt?

Schaut man auf die aktuellen Behandlungsrichtlinien, lautet die generelle Empfehlung: Bei einer schubweise verlaufenden Multiplen Sklerose sollte die Langzeitbehandlung so früh wie möglich begonnen werden.

Denn gerade im Frühstadium der Erkrankung besteht oft eine recht hohe Entzündungsaktivität. Ein früher Beginn mit einer immunmodulatorischen Therapie kann Schädigungen am Nervengewebe in dieser Phase effektiv eingrenzen.

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei Multipler Sklerose

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Stufenweise & individuell vorgehen

Nach den aktuell geltenden Therapieleitlinien für MS (2019) sollte die schubweise verlaufende MS mit einem der folgenden Medikamente behandelt werden:

  • Glatirameracetat (Copaxone®)
  • Beta-Interferon-Präparat (Betaferon®, Avonex®, Rebif®)
  • Dimethylfumarat (Tecfidera®)
  • Teriflunomid (Aubagio®)

Weitere Medikamente in petto

Wenn etwas gegen diese Wirkstoffe spricht (Unverträglichkeiten etc.), sind Azathioprin (Imurek®) und intravenöse Immunglobuline (Gamunex®, Octagam®) Mittel der zweiten Wahl.

Schreitet die MS unter dieser Basisbehandlung fort, muss auf andere Wirkstoffe umgestiegen werden. Dazu gehören u. a. Mitoxantron (Ralenova®), Natalizumab (Tysabri®), Alemtuzumab (Lemtrada®), Fingolimod (Gilenya®), Cladribin (Mavenclad®) und Ocrelizumab (Ocrevus®).

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Dr. med. Sonia Trowe

 

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