MS-Langzeittherapie: Grundlagen

Es gibt bei der Multiplen Sklerose eine Basistherapie und eine Schubtherapie. Die Basistherapie besteht in der Regel aus Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken und ständig eingenommen oder gespritzt werden müssen. Um einige Grundlagenfragen dazu geht es in diesem Kapitel.

Was bedeutet Basisbehandlung bzw. Basistherapie bei der MS?

Die Basisbehandlung der Multiplen Sklerose (MS) ist eine Dauertherapie mit dem Ziel, dass neue Schübe der MS seltener oder weniger heftig auftreten. Die dabei angewandten Medikamente sind entweder Immunsuppressiva oder Immunmodulatoren.

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Wann sollte mit einer Basisbehandlung der Multiplen Sklerose begonnen werden?

Heutzutage wird empfohlen, mit der Basisbehandlung der MS möglichst früh zu beginnen, d.h. bereits meist nach dem ersten MS-Schub. Früher wartete man damit länger, nämlich bis ein zweiter Schub auftrat.

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Ist die Basistherapie der MS eine Dauerbehandlung?

Ja, bei der Behandlung mit Basismedikamenten handelt es sich um eine Dauerbehandlung, die sich oft über viele Jahre erstreckt. Deshalb ist es durchaus von Bedeutung, welches der verfügbaren Arzneimittel man auswählt.

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MS: Welches Medikament ist das richtige für mich?

Bei der Therapie der Multiplen Sklerose gibt es eigentlich weder "falsch" noch "richtig". So individuell die Erkrankung auftritt, so unterschiedlich sind die denkbaren (medikamentösen) Behandlungsoptionen.

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Muss man sich die MS-Medikamente selbst spritzen?

Man muss nicht, aber es macht viel Sinn. Es ist empfehlenswert, sich das Selbstspritzen in einer Schulung beibringen zu lassen, denn es handelt sich ja meist um eine langfristige Behandlung mit manchmal mehrmaligen Injektionen pro Woche.

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Gibt es auch kritische Stimmen zur Langzeittherapie der MS?

Ja. Es gibt MS-Patienten und auch einige Ärzte, die den Sinn der Langzeitbehandlung mit sogenannten Immunmodulatoren (v.a. Beta-Interferon und Glatirameracetat) anzweifeln.

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MS-Verdacht: Sollte man auch dann mit einer Basisbehandlung beginnen, wenn die Diagnose nicht gesichert ist?

Ja. Zumindest wird das von vielen Experten so empfohlen. Es geht dabei primär um diejenigen, die wiederholt MS-typische Schübe entwickeln, ohne dass eine Multiple Sklerose bisher nachgewiesen werden konnte, für die sich aber auch keine andere Erklärung finden lässt.

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Welche Medikamente gehören zur MS-Basisbehandlung?

Zu den Basismedikamenten gehören zum einen die sogenannten Beta-Interferone. Für diese Substanzklasse ist nachgewiesen, dass sie den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst.

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Wie unterscheiden sich die verschiedenen Basismedikamente in Lagerung und Zubereitung?

Die Art und die Häufigkeit der Verabreichung der Basismedikamente zur MS-Behandlung unterscheiden sich. Neben der individuellen Verträglichkeit kann das durchaus ein Kriterium bei der Auswahl des geeigneten Arzneimittels sein.

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Was passiert, wenn man eine Basistherapie der MS ablehnt und überhaupt keine Medikamente oder Spritzen nimmt?

Das ist eine Frage, die sich viele Menschen mit Multipler Sklerose stellen. Gerade zu Beginn der Erkrankung. Auch wenn die Basistherapie mit Interferon, Glatirameracetat oder anderen Medikamenten zu Nebenwirkungen führt, fragt man sich natürlich unwillkürlich, ob sich das überhaupt lohnt oder ob es nicht bessere Wege gibt, die Erkrankung aufzuhalten.

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Gibt es in der Basistherapie Alternativen zu Interferon oder Glatirameracetat?

Ja. Die schubförmig verlaufende Multiple Sklerose kann in der Basistherapie auch mit anderen Medikamenten außer Beta-Interferonen und Glatirameracetat (Copaxone®) behandelt werden.

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MS: Was kann man tun, wenn die Basismedikamente nicht (mehr) wirken?

Wenn es trotz der Interferon-Spritzen oder anderer Basismedikamente zu häufigen Schüben kommt oder die körperlichen Einschränkungen zunehmen, ist es nach Ansicht der meisten Experten sinnvoll, etwas am Behandlungsschema zu verändern. Folgende Möglichkeiten kommen dann – zumindest gemäß den offiziellen Richtlinien – in Betracht:

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MS: Was muss ich beim Wechsel eines Medikaments beachten?

Auch nach jahrelanger erfolgreicher Therapie kann es aus verschiedenen Gründen plötzlich erforderlich sein, ein MS-Medikament umzustellen. Hierbei ist vor allem bei den Immuntherapeutika auf die unterschiedlich langen Sicherheitsabstände zu achten.

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Wovon hängt es ab, welches Medikament in der Langzeittherapie der MS geeignet ist?

Welche Medikamente auf lange Sicht am besten helfen und am verträglichsten sind, ist individuell unterschiedlich und kann pauschal nicht beantwortet werden. Ein entscheidender Faktor bei der primären Wahl der Behandlung ist aber, um was für einen Verlauf der Multiplen Sklerose es sich handelt.

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Wie wird die primär progrediente MS behandelt?

Die primär progrediente Multiple Sklerose ist leider nur schwierig zu behandeln. Die üblichen Langzeit-Medikamente haben nur geringen Einfluss auf den Verlauf.

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Wie wird die sekundär progrediente MS behandelt?

Als Langzeitbehandlung der sekundär progredienten Multiplen Sklerose gilt Mitoxantron (Ralenova®) als Mittel der ersten Wahl. Dieses Medikament kann wegen der Gefahr von Herzschäden allerdings nicht lebenslang eingenommen werden.

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Welche Medikamente gegen MS dienen der Immunmodulation?

Die Langzeitbehandlung der Multiplen Sklerose zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Wahrscheinlichkeit weiterer Schübe zu reduzieren. Erste Wahl sind dabei Wirkstoffe, die nicht einfach nur generell die Abwehrbereitschaft unterdrücken, sondern etwas spezifischer in die Reaktionskaskade eingreifen. Der Oberbegriff lautet Immunmodulation.

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Welche Medikamente gegen MS dienen der Immunsuppression?

Immunsuppressiva unterdrücken per definitionem die Immunabwehr. Die bei der MS eingesetzten Immunsuppressiva sollen vor allem die Produktion weißer Blutkörperchen eindämmen.

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Wie wird die schubweise verlaufende MS auf Dauer behandelt?

Schaut man auf die aktuellen Behandlungsrichtlinien, lautet die generelle Empfehlung: Bei einer schubweise verlaufenden Multiplen Sklerose sollte die Langzeitbehandlung so früh wie möglich begonnen werden.

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Wie lange sollte die Langzeittherapie der MS fortgeführt werden?

Die offiziellen Richtlinien sagen: Im Prinzip so lange, wie sich ein positiver Effekt auf die MS bzw. auf den Verlauf feststellen lässt. Lediglich bei Mitoxantron gibt es Beschränkungen bei der Langzeitbehandlung: Wegen der Gefahr von Herzschäden muss hier nach zwei bis fünf Jahren so oder so auf einen anderen Wirkstoff umgestiegen werden.

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MS: Was versteht man unter Eskalationstherapie?

Eine Eskalationstherapie bei der Multiplen Sklerose bedeutet eine Erweiterung der Immunbehandlung. Das kommt immer dann in Betracht, wenn die üblichen Basismedikamente (vor allem Interferon oder Glatirameracetat) nur unzureichend wirksam sind oder ihre Wirksamkeit über die Jahre nachgelassen hat.

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Kann Kortison auch bei nicht-schubfömigem Verlauf der MS helfen?

Besonders für die schubhaft verlaufende MS gibt es Belege, dass eine Kortison-Behandlung im Schub die Beschwerden lindern kann. Bei anderen Verlaufsformen wie dem primär und sekundär chronischen Verlauf sind die Wirksamkeitsbelege nicht erbracht.

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