Helfen die üblichen Potenzmittel bei Erektionsproblemen wegen der MS?

Das hängt von der Ursache der Erektionsstörungen ab, aber es gibt durchaus Fälle, in denen Viagra® (Sildenafil) und Verwandte (Tadalafil, Vardenafil) hilfreich sein können. Sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Arzt darüber.

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Effektive Helfer bei Impotenz

Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil gehören zu den sogenannten Phosphodiesterase-5- bzw. PDE-5-Hemmern. Es handelt sich um eine Gruppe von Wirkstoffen zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (Störung der Gliedversteifung).

Die Medikamente sorgen bei entsprechender erotischer Stimulation für eine verbesserte Durchblutung des Penis und verhindern ein frühzeitiges Abbauen der Erektion. Hierbei unterscheiden sich die einzelnen Wirkstoffe sowohl hinsichtlich der Einnahme und Wirkungsdauer als auch hinsichtlich der Nebenwirkungen.

Vorsicht bei "natürlichen Potenzmitteln"

Neben den verschreibungspflichtigen "Potenzpillen" gibt es natürlich auch eine ganze Reihe an frei verkäuflichen potenzfördernden Präparaten bzw. Nahrungsergänzungsmitteln. Allerdings ist die Wirkung dieser natürlichen Potenzmittel wissenschaftlich nicht erwiesen.

Besonders vorsichtig sollte man vor allem bei Produktangeboten im Internet sein. Viele der hier erhältlichen Mittel werden nämlich keinerlei Prüfung zu Wirksamkeit oder Verträglichkeit unterzogen. Die Einnahme solcher Präparate kann daher für manche Männer durchaus gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Dennoch sollten selbstverständlich nicht alle natürlichen Potenzmittel verteufelt werden. Es gibt inzwischen einige bezüglich ihrer Wirkungsweise gut untersuchte Lebensmittel und Gewürze (Yohimbin, Maca, Horny Goat Weed, Safran, Ginseng, etc.). Diese potenzfördernden Naturmittel können sich durchaus positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken, indem sie beispielsweise generell für eine bessere Durchblutung des Körpers sorgen.

Alternative Möglichkeiten

Wenn eine klassische medikamentöse Behandlung keine Option ist, können alternativ ggf. auch mechanische Erektionshilfen wie Penispumpen, Penisringe oder Implantate bei MS-bedingter Impotenz zum Einsatz kommen.

Wenn mangelnde Feuchtigkeit (Lubrikation) das Problem ist, was bei manchen Männern und Frauen mit MS vorkommt, lohnt sich ein Versuch mit handelsüblichen "Lubrikationsmitteln". Die gibt es in jeder Drogerie.

Autoren: Dr. med. Jörg Zorn, Dr. med. Sonia Trowe

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Erektionsstörungen finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Erektionsstörungen

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