MS: Welche Nebenwirkungen können unter Cladribin (Mavenclad) auftreten?

Die häufigste Nebenwirkung einer Therapie mit Cladribin (Mavenclad®) ist die Lymphopenie, bei der eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen deutlich erniedrigt ist. Ein Effekt, der durch den speziellen Wirkmechanismus des Medikaments bedingt ist und zu vermehrten Virusinfektionen führen kann.

Regelmäßig zum Blutzapfen

Um das Risiko eines schweren Mangels an Lymphozyten möglichst gering zu halten, sind regelmäßige Blutuntersuchungen erforderlich. Dazu wird sowohl vor, während als auch nach der Behandlung mit Cladribin bei Ihnen ein "großes Blutbild" bzw. die genaue Anzahl der verschiedenen Blutzellen bestimmt.

Fällt die Lymphozytenzahl während der Behandlung mit Mavenclad® unter einen bestimmten kritischen Wert, ist nochmal besondere Vorsicht angesagt. Die Betroffenen werden dann noch engmaschiger kontrolliert, ggf. antiviral behandelt oder die Therapie sogar pausiert bzw. schlimmstenfalls abgebrochen.

Weitere Begleiterscheinungen

Unter der Behandlung einer hochaktiven schubförmigen MS mit Cladribin kann es neben der Lymphopenie außerdem zu folgenden häufigen Nebenwirkungen (1-10 %) kommen:

  • Herpes zoster (Gürtelrose)
  • Herpes simplex (vor allem Lippenherpes)
  • Hautausschläge, Haarausfall
  • weitere Blutbildveränderungen (u. a. Neutropenie)

Beachten Sie bitte, dass alle Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, auch das Infektionsrisiko und/oder das Krebsrisiko erhöhen können. Bezogen auf Mavenclad® als ein noch recht innovatives Medikament in der Therapie der Multiplen Sklerose kann das erst in Zukunft nach Langzeitbeobachtungen geklärt werden.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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