Wie wirkt Cladribin (Mavenclad) bei Multipler Sklerose?

Cladribin (Mavenclad®) unterdrückt Teile des Immunsystems, indem es besonders auf die Lymphozyten, eine bestimmte Untergruppe von weißen Blutkörperchen, wirkt. Man geht davon aus, dass T- und B-Lymphozyten maßgeblich am Krankheitsgeschehen der MS beteiligt sind.

Cleveres Bürschchen

Cladribin ist ein sogenanntes Nukleosidanalogon – ein Arzneimittel, das den Bausteinen unseres Erbguts sehr ähnlich ist. Wenn die Immunzellen diesen Wirkstoff "fälschlicherweise" einbauen, wird ihre Funktion gestört und ihre Lebensdauer verkürzt.

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Der Trick hierbei ist, dass Cladribin aufgrund seiner künstlich veränderten Struktur im Gegensatz zum Original-Baustein Desoxyadenosin von den Zellen nicht so schnell abgebaut werden kann. Einmal eingeschleust und aktiviert, reduziert das Arzneimittel somit langanhaltend und gezielt die für die autoimmune Entzündung mitverantwortlichen T- und B-Zellen.

Wirkung überprüfen

In der Behandlung der hochaktiven schubförmigen Multiplen Sklerose ist für Mavenclad® eine Therapiedauer von zwei Jahren vorgesehen, anschließend folgt eine zweijährige Cladribin-freie Zeit. Während des gesamten Zeitraums sollten regelmäßig Nutzen und Risiko der Arzneimitteltherapie überprüft werden. Die Wirksamkeit lässt sich in diesem Zusammenhang vor allem über eine Schubfreiheit sowie über reduzierte Anzeichen an Krankheitsaktivität (Abnahme der neurologischen Behinderungen, weniger sichtbare Gehirnschädigungen im MRT) nachweisen.

Allerdings sollte man beachten, dass sich die Wirksamkeit von Mavenclad® meist erst nach einem Jahr einschätzen lässt.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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