Neue Arzneistoffe gegen Multiple Sklerose

Zur Behandlung der Multiplen Sklerose stehen wahrscheinlich in Kürze zwei neue Medikamente zur Verfügung, die einen entscheidenden Vorteil haben: Sie können als Tablette eingenommen werden, müssen also nicht gespritzt werden.

Hoffnung auf Tabletten: Cladribin und Fingolimod

Die Namen der neuen Wirkstoffe: Cladribin und Fingolimod. Beide unterdrücken die fehlgeleiteten Immunprozesse bei Multipler Sklerose durch Beeinflussung der Lymphozyten. Vereinfacht ausgedrückt hemmt Cladribin die Bildung von Lymphozyten, Fingolimod deren Wanderung ins Gebiet der angegriffenen Nervenbahnen.

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Damit kommt es ganz offenbar zu einer effektiven Wirkung gegen die Entzündungsaktivität bei Multipler Sklerose. In einer großen Studie, die jetzt im renommierten Fachblatt "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde, sank die Rückfallquote unter beiden Präparaten um 50 bis 60%. Eine Schweizer Studie zeigte zudem eine Verringerung der Schubhäufigkeit unter Fingolimod um knapp 60%.

Auch im Direktvergleich mit den heute vor allem eingesetzten Interferon-Präparaten gab es unter Fingolimod gute Ergebnisse.

Nebenwirkungsprofil in Studie stimmt optimistisch – aber es gibt auch Bedenken

Über die Nebenwirkungen der beiden Wirkstoffe gibt es noch geteilte Ansichten. Die Studienautoren bescheinigten den Präparaten eine ingesamt sehr gute Verträglichkeit. Vor allem zu Beginn kann es zu Herzrhythmusstörungen und erhöhten Blutdruckwerten kommen, die aber nicht gefährlich sind. Andere Experten schließen hingegen ein leicht erhöhtes Herpes- und Krebsrisiko unter der Behandlung nicht aus.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 22.01.10
Quelle: New England Journal of Medicine, Universität Basel

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