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Multiple Sklerose: Was ist der Unterschied zwischen CBD und THC?

THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) sind mit die bedeutsamsten Vertreter der im Cannabis enthaltenen Cannabinoide. Beide Wirkstoffe sind als Pflanzenextrakt-Gemisch Nabiximol (Sativex®-Mundspray) zur Behandlung der MS-bedingten Spastik zugelassen und somit erstattungsfähig.

THC beflügelt…

Doch was unterscheidet eigentlich die beiden Pflanzenstoffe? Wieso fällt Tetrahydrocannabinol unter das Betäubungsmittelgesetz und Cannabidiol nicht? Was hat der eine, was der andere nicht hat? Und wieso wirken sie gerade in Kombination so gut gegen die Spastik bei Multipler Sklerose, ohne dass man zwangsläufig völlig berauscht durch die Gegend torkelt?

Unabhängig von der Darreichungsform (als Spray, als Öl, über einen Vaporisator, als Tee, Keks oder Joint) kann man zunächst folgendes zusammenfassen: Während das Cannabinoid CBD generell nicht auf die Psyche wirkt, also nicht "high" macht, sorgt THC dagegen dosisabhängig u. a. für Euphorie, entspannte Gefühle und eine veränderte Sinneswahrnehmung.

Das ist auch der Grund, warum THC als Rauschmittel bzw. psychotrope Substanz unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und CBD eben nicht. Tetrahydrocannabinol kann sowohl das Denkvermögen, die Konzentrationsfähigkeit, die Gedächtnisleistung und die motorischen Bewegungen beeinflussen als auch Angstgefühle auslösen.

Zwei, die sich gut ergänzen

Allerdings hat Tetrahydrocannabinol natürlich noch einige andere, vor allem medizinisch relevante Eigenschaften, die man zunehmend zu nutzen weiß. So zeigt THC u. a. einen schlaffördernden wie auch appetitanregenden Effekt, es wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen und außerdem schmerzlindernd.

CBD ist da eher als Gegenspieler von THC sehen. Cannabidiol ist dafür bekannt, Tetrahydrocannabinol abzubauen und damit beispielsweise den Rauschzustand zu lindern. Ihm wird u. a. eine entzündungshemmende, schmerzlindernde sowie (in höheren Dosierungen) auch stimmungsaufhellende Wirkung zugesprochen.

So funktioniert's bei der MS

Wie bereits erwähnt, werden CBD und THC als Pflanzenextrakt-Gemisch Nabiximol in der Behandlung der MS-bedingten Spastik eingesetzt. Dass THC während der Behandlung mit Sativex® kaum psychotrop wirkt, hat folgende Gründe:

Heilpflanzen und MS – einige haben Potential

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  • Die verwendete Darreichungsform als Mundspray verursacht deutlich niedrigere Wirkstoffkonzentrationen im Blut als beispielsweise die Inhalation von THC.
  • Es werden pro Sprühstoß insgesamt niedrigere Wirkstoffkonzentrationen eingesetzt als z. B. bei der Verwendung bestimmter Cannabisblüten.
  • Das im Pflanzenextrakt-Gemisch zu gleichen Anteilen vorhandene Cannabidiol gleicht die "negativen" Eigenschaften von THC zum Teil aus.

Die Kombination aus beiden Substanzen sorgt schließlich für eine effektive Reduktion der Spastik, eine verbesserte Motorik und außerdem für eine Linderung der mit der Muskelverkrampfung einhergehenden Schmerzen im Rahmen der MS.

Jedem sein Zielobjekt

Übrigens, die andersartige Wirkung der beiden Pflanzenextrakte hängt mit den unterschiedlichen Zielstrukturen von THC und CBD zusammen. Indem die Cannabinoide jeweils eigene Rezeptoren (Andockstellen) an unseren Nervenzellen ansteuern, setzen sie folglich auch andere Botenstoffe im Körper frei. Auch wenn der Wirkmechanismus weder beim Tetrahydrocannabinol noch beim Cannabidiol vollständig geklärt ist, weiß man doch, dass THC eher die CB1-Rezeptoren (mit Auswirkungen auf das zentrale und periphere Nervensystem) und CBD eher die CB2-Rezeptoren (mit Wirkung auf das Immunsystem) als Zielstrukturen bevorzugt.

Bleibt abzuwarten, was uns die Wissenschaft in den nächsten Jahren rund um das Thema "Cannabis als Medizin" noch so zu bieten hat.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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