Wird Alemtuzumab (Lemtrada) eingenommen oder gespritzt?

Der Antikörper Alemtuzumab (Lemtrada®) gegen die Multiple Sklerose muss als Infusion verabreicht werden. Allerdings sind dazu nur einige wenige Sitzungen notwendig, weil die Wirkung des Medikaments sehr lange vorhält.

Ein Jahr Pause nach dem ersten Zyklus

In der ersten Phase der Behandlung erhält man fünf Tage lang je eine Infusion. Danach hat man ein Jahr Ruhe, zumindest was die Infusionen angeht. Erst ein Jahr später beginnt die zweite Behandlungsphase mit drei weiteren Infusionen an drei aufeinander folgenden Tagen.

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Allerdings sind nach den Infusionen regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig, unter anderem mit Blutuntersuchungen. Damit soll sichergestellt werden, dass das Immunsystem nicht zu stark in Mitleidenschaft gezogen ist oder sich daraus Komplikationen entwickeln.

Zum Hintergrund: Der Antikörper Alemtuzumab richtet sich gegen ein Oberflächen-Protein auf Lymphozyten. Diese körpereigenen Abwehrzellen werden durch die Bindung an das Medikament abgetötet. Das ist eine wirksame Maßnahme gegen die Entzündungsreaktionen bei der Multiplen Sklerose, geht aber natürlich auch mit Gefahren einher, insbesondere einer zu ausgeprägten Immunblockade.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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