MS: Kann Kurkuma etwas dagegen ausrichten?

Einen guten Ruf genießt Kurkuma bereits in der Behandlung von Krankheiten wie Alzheimer, Rheuma sowie bei Problemen des Verdauungs- und des Herz-Kreislauf-Systems. Aber auch bei der Multiplen Sklerose ist Kurkuma ein Hoffnungsträger.

Bei Kurkuma (Curcuma longa) ist – wenn es um die heilende Wirkung geht – vor allem die goldgelbe Wurzel von Interesse. Die Pflanze an sich ist ein Ingwergewächs und hat ihren Ursprung in Südostasien.

Schutz für die Myelinscheiden

Studien haben gezeigt, dass Kurkuma die Nerven schützt. Zum einen hält es offenbar die Demyelinisierung auf, also den Prozess, bei dem das Myelin zerstört wird. Myelin umhüllt die Nervenfasern und sorgt dafür, dass Nervenimpulse zügig weitergeleitet werden.

Abgesehen davon scheint Kurkuma einen positiven Einfluss auf die sogenannten Astrozyten (das sind Zellen des Nervensystems) zu haben, sodass sich das Nervensystem zum Teil regenerieren kann.

Laut Wissenschaftlern bremst Kurkuma Entzündungen

Außerdem hat Kurkuma Forschungen zufolge antientzündliche Fähigkeiten. Sie beruhen demnach darauf, dass der Pflanzenstoff die Produktion eines wichtigen Eiweißes namens GILZ (das ist die Abkürzung für Glucocorticoid-induzierter Leuzin-Zipper) unterstützt. GILZ kann im Idealfall Entzündungsreaktionen verhindern. Wenn aber eine Entzündung schon einmal im Gange ist, wird GILZ mehr und mehr verdrängt. Indem Kurkuma dafür sorgt, dass mehr GILZ gebildet wird, wirkt es also Entzündungen entgegen.

Heilpflanzen und MS – einige haben Potential

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Spannend dabei ist, dass Kurkuma in dieser Hinsicht letztlich einen ähnlichen Effekt hat wie Kortison – mit dem Vorteil, dass Kurkuma in der Regel weniger Nebenwirkungen hat.

Wohl auch antioxidative Eigenschaften

Der gelbe Pflanzenstoff kann laut Studie auch "oxidativen Stress" mindern. Freie Radikale, die unter anderem Gehirn und Nerven schaden und bei der Multiplen Sklerose eine Rolle spielen könnten, werden also abgefangen. Es sieht so aus, als könnten die Beschwerden, Schmerzen und Einschränkungen in der Beweglichkeit, die bei MS-Betroffenen häufig auftreten, so ein Stück weit gemindert werden.

Schädliche Immunreaktion wird eventuell durchkreuzt

Noch ein weiterer Aspekt: Sogenannte Th17-Zellen sollen an den Krankheitsvorgängen im Rahmen der Multiplen Sklerose beteiligt sein und dabei erheblichen Schaden anrichten. Bei den Th17-Zellen handelt es sich um eine Untergruppe der T-Helferzellen des körpereigenen Abwehrsystems.

Kurkuma wiederum ist Untersuchungen zufolge in der Lage, hier einzugreifen und die negativen immunologischen Vorgänge zu unterbrechen. Letztlich bedeutet das, dass Kurkuma möglicherweise die überschießenden Immunantworten und die Attacken auf das Immunsystem bremsen kann.

Kurkuma bei MS: als ergänzendes Mittel lohnenswert

Da Kurkuma offenbar kaum oder keine unerwünschten Wirkungen hat, sich dabei vielmehr günstig auf den Verlauf eine MS-Erkrankung auswirken kann, könnte der Einsatz entsprechender Präparate durchaus hilfreich sein. Zumindest dürfte es einen Versuch wert sein.

Falls Sie sich dafür entscheiden, es mit Kurkuma zu probieren, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie qualitativ hochwertige Extrakte nehmen.

Autorin: Anna Brockdorff

 

Studien:

  • Hoppstädter J et al.: Induction of Glucocorticoid-induced Leucine Zipper (GILZ) Contributes to Anti-inflammatory Effects of the Natural Product Curcumin in Macrophages. J Biol Chem. 2016 Oct 28; 291(44): 22949–22960.
  • Qureshi M et al.: Therapeutic potential of curcumin for multiple sclerosis. Neurol Sci. 2018 Feb;39(2):207-214.
  • Xie L et al.: Curcumin has bright prospects for the treatment of multiple sclerosis. Int Immunopharmacol. 2011 Mar;11(3):323-30.

 

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Kurkuma – Curcumin

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