Grüner Tee gegen Multiple Sklerose? Noch nicht, aber vielleicht bald!

Ein Inhaltsstoff im Grünen Tee scheint in der Lage zu sein, dem Entzündungsprozess bei Multipler Sklerose (MS) entgegenzuwirken. Darauf deuten zumindest erste kleinere Studien hin.

Heilpflanzen und MS – einige haben Potential

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Im Fokus steht dabei die Substanz EGCG (Epigallocatechin-3-Gallat). Dieser Naturstoff ist ein sogenanntes Flavanoid und greift offenbar regulierend in fehlgeleitete Immunprozesse ein. EGCG hemmt zum einen T-Lymphozyten an deren Ausbreitung und unterdrückt damit auch Autoimmunreaktionen wie bei der MS. Zum anderen schützt die Substanz Nervenzellen vor dem Einfluss aggressiver Abwehrzellen.

Kandidat für MS-Therapie – vor Selbstbehandlung mit Grünem Tee wird aber gewarnt

Aus Sicht von Experten könnte EGCG eine ernsthafte Therapieoption bei Multipler Sklerose werden. Für eine endgültige Einschätzung ist es aber noch zu früh. Dafür müssen die Ergebnisse plazebokontrollierter Studien abgewartet werden. Damit ist aber erst in ein paar Jahren zu rechnen.

Deshalb warnen die Wissenschaftler ausdrücklich davor, sich nun per Selbsttherapie mit Grünem Tee zu behandeln. Denn sowohl die optimale Dosierung wie auch mögliche Nebenwirkungen sind noch weitgehend unerforscht.

WANC 19.02.10
Quelle: Dr. Friedemann Paul, Dr. Jan-Markus Dörr, AG Klinische Neuroimmunologie der Charite Berlin, BMBF

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