Sind Nahrungsergänzungsmittel bei der MS-Therapie sinnvoll?

Der Markt ist voll von Nahrungsergänzungsmitteln. Es gibt unzählige Tabletten, Pulver, Flüssigkeiten und Kapseln. Sie enthalten Vitamine oder Mineralstoffe, Eiweißbestandteile, probiotische Kulturen und dergleichen. Auch zur Behandlung der Multiplen Sklerose werden bisweilen Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.

Hinweise, aber keine Beweise

Da wären beispielsweise verschiedene Vitamine, Omega-3-Fettsäuren und das Coenzym Q10. Tatsächlich scheint es durchaus positive Effekte auf die MS zu geben. Es könnte etwa sinnvoll sein, den Körper mit einer Extra-Portion Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen zu versorgen, um schädliche freie Radikale von ihm fernzuhalten, Entzündungsprozesse zu mindern und die Nervenfunktionen zu unterstützen. Auch einige Studien untermauern die Vermutung, dass solche ergänzenden Mittel einen Nutzen haben.

Dennoch fehlen in diesem Bereich häufig eindeutige wissenschaftliche Beweise. Das liegt unter anderem daran, dass solide Studien kostspielig sind und gerade auf dem Gebiet der Nahrungsergänzungsmittel oft nicht genügend in die entsprechende Forschung investiert wird.

Produkte auf Qualität hin prüfen

Deshalb bleibt meist nur die Möglichkeit, empfohlene Mittel einfach einmal auszuprobieren. Bei einigen MS-Erkrankten haben sich Besserungen ergeben, zum Beispiel im Hinblick auf die krankheitsbedingte Müdigkeit (Fatigue), auf Schmerzen und Depressionen.

Heilpflanzen und MS – einige haben Potential

weiterlesen...

Wichtig ist, dass Sie dabei auf die Qualität der Präparate achten. Da Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich sind, gibt es leider auch viele zweifelhafte Produkte. Am sichersten ist es nach wie vor, sich die Mittel in einer Apotheke vor Ort zu besorgen.

Generell sollten Sie einen kritischen Blick auf die Angaben auf der Verpackung werfen. Auf dem Etikett sollte klar zu erkennen sein, um welche Inhaltsstoffe es sich handelt und wie groß die maximale Verzehrmenge pro Tag ist. Es kann außerdem hilfreich sein, sich den Hersteller etwas eingehender anzusehen, den Namen in eine Internet-Suchmaschine einzugeben und zu prüfen, ob er hier seriös erscheint.

Menge und Einnahmeempfehlungen beachten

Die empfohlene Verzehrmenge sollten Sie einhalten und zumindest nicht eigenmächtig erhöhen. Denn auch Nahrungsergänzungsmittel können in zu großer Menge negative Auswirkungen haben. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker.

Keinesfalls sollten Sie Ihre MS-Medikamente einfach so absetzen. Nahrungsergänzungsmittel können möglicherweise hilfreich sein, aber – wie im Namen schon anklingt – ergänzend und nicht als Ersatz für eine bestehende Medikation.

Autorin: Anna Brockdorff

Anzeigen