Welchen Einfluss haben Vitalstoffe (orthomolekulare Medizin) auf die MS?

Es gibt die Annahme, dass es gerade Menschen mit Multipler Sklerose an verschiedenen Vitalstoffen mangelt. Außerdem fehlen vielen Betroffenen offenbar antioxidative Substanzen, die dem Körper einen gewissen Schutz bieten.

Bei MS häufig Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen

Was die Vitalstoffe anbelangt, so hat sich gezeigt, dass bei MS-Erkrankten häufig ein Defizit an verschiedenen Vitaminen besteht. Das gilt beispielsweise für die B-Vitamine, außerdem für Vitamin C, D, E sowie Folsäure.

Besonders die verschiedenen B-Vitamine sind wichtig für die Funktion der Nerven. Eine hohe Dosis an Vitamin B1 (Thiamin) soll außerdem dazu führen, dass Betroffene weniger unter der oft belastenden Müdigkeit bzw. Erschöpfung (Fatigue) leiden. Abgesehen davon scheinen viele nicht über genügend Zink, Kupfer, Magnesium, Jod, Selen und Kalzium zu verfügen.

Antioxidantien schützen vor schädlichen Radikalen

Einige der genannten Vitalstoffe sowie Omega-3-Fettsäuren gelten als Antioxidantien. Sie fangen also freie Radikale ab. Freie Radikale sind ungebundene Molekülteile, die in der Lage sind, eine Kettenreaktion auszulösen und gesundem Gewebe Schaden zuzufügen.

Heilpflanzen und MS – einige haben Potential

weiterlesen...

Eine gewisse Anzahl an freien Radikalen ist völlig normal und kann vom Körper abgebaut werden. Faktoren wie UV-Licht, Umweltgifte, einige Arzneimittel oder Rauchen führen allerdings dazu, dass verstärkt radikale Teilchen anfallen. Wenn der Organismus damit überfordert ist, kann es schließlich zu Zellschäden kommen.

Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und MS

Nun haben Daten ergeben, dass "oxidativer Stress" gerade bei der Entstehung, Entwicklung und beim Verlauf der Multiplen Sklerose eine Rolle spielt. Die Folge: Die sogenannte Demyelinisierung schreitet voran. Das bedeutet, dass die Myelinscheiden, die die Nervenzellen umgeben, weiter abgebaut werden.

Es liegt also nahe, dass eine Behandlung mit Antioxidantien das Gewebe schützen und die neurologischen Ergebnisse bei MS-Kranken verbessern könnte. Eine Studie zeigte beispielsweise, dass die Gabe von 500 mg des Coenzyms Q10 täglich den oxidativen Stress bei Menschen mit Multipler Sklerose senken konnte.

Es bedarf weiterer Studien und Untersuchungen, um diesen Ansatz zu bestätigen. Generell dürfte es aber kein Fehler sein, den Körper mit genügend antioxidativen Substanzen zu versorgen.

Autorin: Anna Brockdorff

Anzeigen