Kann man mit einem Antibiotika-Versuch gegen die MS etwas falsch machen?

Ja und nein. Es lässt sich nicht ausschließen, dass eine versuchsweise Antibiotika-Behandlung bei MS keine Verbesserung bringt, die Beschwerden also nicht beeinflusst werden. Da Antibiotika auch Nebenwirkungen haben können, hat man dann im ungünstigsten Fall nur Nachteile.

Andererseits könnte der Versuch einer Antibiotikatherapie aber auch erfolgreich sein und die Beschwerden langfristig zum Verschwinden bringen (bei mir selbst war es so). Welcher MS-Patient würde nicht von einem derartigen Erfolg träumen?

Individuelle Entscheidung

Deshalb noch mal zurück zu den Risiken. Kleinere Nebenwirkungen wird fast jeder akzeptieren, wenn dafür ein therapeutischer Erfolg verbucht wird. Aber in seltenen Fällen können Antibiotika auch schwere bis bedrohliche Nebenwirkungen haben. Diese Gefahr ist zuvor nicht einschätzbar, man weiß nur, dass sie theoretisch besteht. Die Entscheidung für oder gegen einen Antibiotika-Versuch kann man deshalb nur selbst treffen, nicht der Arzt. Sie beruht auf der individuellen Abwägung von Chancen und Risiken.

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Immerhin gibt es aber ein paar Orientierungspunkte. Die Nebenwirkungsgefahr hängt nämlich auch von der Wahl der Antibiotika, dem Therapieschema, der Therapiedauer sowie von den individuellen Voraussetzungen ab. Hier wird dann schon der Arzt wichtig, der das individuell mit Ihnen abstimmen kann. Die Ärzte und Ärztinnen, die einen solchen Versuch anbieten, favorisieren auch durchaus unterschiedliche Wirkstoffe und Behandlungs-Schemata. Sprechen Sie im Zweifel ruhig mal mit zwei verschiedenen, bevor Sie starten.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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