Ist es denkbar, dass eine MS durch eine Borrelien-Infektion ausgelöst wird?

Ja, denkbar ist das auf jeden Fall. Die dahintersteckende Idee ist, dass Borrelien (eine Bakterien-Art) besonders bei chronischen Infektionen das Immunsystem irritieren. Aus einer solchen andauernden Irritation des Immunsystems könnten durchaus Autoimmunerkrankungen entstehen. Also Erkrankungen, bei denen vom Immunsystem versehentlich körpereigene Gewebe angegriffen werden.

Neben der Multiplen Sklerose (MS) sind auch andere derartige Erkrankungen wie die Schuppenflechte als Folge denkbar. Möglich könnte auch sein, dass sich im Laufe der Zeit bei einer Person gleich mehrere Autoimmunerkrankungen manifestieren.

Hinweise durch Studien

In einigen Studien wurde festgestellt, dass MS-Patienten häufiger positiv auf Borrelien getestet werden. Ein Beleg für den Zusammenhang ist damit aber nicht eindeutig erbracht, weil diese Untersuchungen recht klein waren und die Kausalkette unklar ist (Wer ist die Henne, wer ist das Ei?). Die Hypothese "MS durch Borrelien" findet in der Schulmedizin bislang auch kaum Berücksichtigung.

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Es stehen übrigens auch noch eine Vielzahl weiterer Infektionen im Verdacht, MS auslösen zu können, darunter Infektionen mit Chlamydien, Bartonellen oder dem Eppstein-Barr Virus.

Mediziner, die beim Thema "chronische Borreliose und MS" einen Zusammenhang vermuten, sind auch der Meinung, dass nicht allein Borrelien die Ursache der Erkrankung sind, sondern vielmehr ein Zusammenspiel mehrerer Keime erst zur Krankheit führt. Auch dabei stehen die oben genannten Bakterien und Viren im Fokus.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (2)
Meine Vermutung (ist die richtige)
2 Donnerstag, den 13. Oktober 2016 um 22:27 Uhr
MS ist das Ergebnis einer nicht oder zu spät erkannten Borreliose.
Nicht nur Zecken übertragen den Erreger. Mittlerweile ist bekannt, dass auch Pferdebremsen den Erreger übertragen können!
Eigene Erfahrung: Ich hatte nach einem Bremsenstich eine Wanderröte. Diese habe ich leider damals ignoriert. Nun habe ich nach ca. 7 Jahren die Diagnose MS bekommen.
Weitere Erfahrung: Meine Schwester besitzt ein Pferd und reitet seit ihrer Kindheit. Einmal berichtete sie von einem Hautausschlag auf dem Rücken, der einer Zielscheibe ähnelte. Sie ging glücklicher Weise zum Arzt und wurde rechtzeitig mit Antibiotika behandelt.
Ich habe es seiner Zeit versäumt...
Pferde können sich genauso wie Menschen eine mit Borrelien infizierte Zecke einfangen. Eine Erregerübertragung an den Menschen ist durch Pferdebremsen möglich, wenn die Bremse vorher das Blut eines infizierten Tieres gesaugt hat und anschließend einen Menschen sticht.
Warum sind Frauen häufiger betroffen als Männer...? Welches der beiden Geschlechter verbringt denn mehr Zeit am Pferdestall...?
PS:
Ich möchte vielen Menschen mit der Diagnose MS helfen und der erste Schritt auf dem Weg zur Heilung heißt LTT-Borrelien! Ist dieser Test positiv, habt ihr die Chance mit (zumindest) Doxycyclin behandelt zu werden.
Ich bin mittlerweile fast geheilt und empfehle jedem MS Patienten diesen Test zu machen. Er ist fast der einzige Ausweg aus dieser Diagnose.
Ich bedanke mich für diese Internetseite.
BacardiCola1982
Erfahrungsbericht
1 Freitag, den 12. August 2016 um 05:06 Uhr
Bei mir wurde bei meinem ersten Schub, einer Sehnervenentzündung, eine Borreliose-Frischinfektion diagnostiziert.
Ich wurde erst, nachdem die Blutergebnisse da waren, mit drei mal 1000 mg Prednisolon behandelt und anschließend drei Wochen mit Ceftriaxon Infusionen- Leider sollte ich noch ein paar Monate das Cortison ausschleichen.
Erst nach den Antibiotika-Infusionen besserte sich die Sehnervenentzündung ein wenig.
Ich habe jedoch einen erheblichen Schaden zurückbehalten.
Aus der Borreliose hat sich eine MS entwickelt, da bin ich mir sicher.
Auf Cortison spreche ich nicht gut an, aber Antibiotika bringen auch nichts.
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