Unklare Nervenbeschwerden: Wie stellt man fest, dass es eine Borreliose ist?

Oft gelingt das überhaupt nicht. Es ist nämlich nicht einfach, eine Borrelien-Infektion des zentralen Nervensystems festzustellen. Weder mit Bluttests noch mit der Suche nach speziellen Antikörpern im Gehirnwasser gelingt es zuverlässig, nachzuweisen, dass Borrelien-Bakterien im Gehirn die Ursache der Beschwerden sind.

Andersherum ausgedrückt: Man kann einen solchen Infekt auch dann gehabt haben, wenn die Ärzte nichts dazu finden. Insofern ist auch die heiß diskutierte Frage, ob Borrelien der Auslöser einer Multiplen Sklerose (MS) sind, schwierig zu beweisen. Und schwierig zu widerlegen.

Auch bildgebende Untersuchungen des Gehirns und Rückenmarks mit der Magnetresonanztomografie (MRT) sind nicht beweisend. Darüber lassen sich zwar, falls vorhanden, Schäden im Nervengewebe aufzeigen, aber ohne dass sich über die Ursache eine klare Aussage machen lässt.

Versuch mit Antibiotika?

Aufgrund der diagnostischen Unsicherheit plädieren einige Mediziner und Forscher dafür, die Diagnose einer Neuroborreliose auf die Symptomatik zu stützen und bei Verdacht Therapieversuche mit Antibiotika zu starten.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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