Was ist eine Neuroborreliose?

Die Neuroborreliose ist eine Komplikation der Borrelien-Infektion. Es kommt dabei zu einem Befall des Nervensystems. Wochen bis Monate nach der Infektion mit den Borrelien (das sind die für die Borreliose verantwortlichen Bakterien) kommt es dann zu einer Entzündung von Nervenzellen, Nervenwurzeln oder auch der Hirnhäute.

Anzeichen für eine Neuroborreliose

Es handelt sich bei der Neuroborreliose um eine sogenannte Spätmanifestation der Erkrankung. Allerdings ist der zeitliche Ablauf von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Typisch ist ein Auftreten der Nerven-Symptome einige Monate nach den ersten Hauterscheinungen der Borreliose. Allerdings kann diese Zeitpanne mitunter auch viel länger sein, in anderen Fällen treten die ringförmigen Hautrötungen (Erythema migrans) fast zeitgleich mit dem Nervenbefall auf.

Am ehesten kommt es zu einer Neuroborreliose, wenn die ursprüngliche Infektion mit den Borrelien zu spät oder gar nicht erkannt wurde. Dann nämlich haben die auslösenden Bakterien die Möglichkeit, sich im Körper festzusetzen.

Das Erscheinungsbild einer Neuroborreliose ist dabei extrem unterschiedlich. Es gibt zwar typische Symptome (z.B. Lähmung des Gesichtsnervs = Fazialisparese). Aber die Liste der übrigen möglichen Beschwerden ist lang. Vieles hängt davon ab, wo genau die Borrelien im Körper ihr Unwesen treiben.

Mögliche Symptome

Im folgenden listen wir einige der möglichen Symptome der Neuroborreliose auf:

  • Facialisparese: Lähmung des Gesichtsnerven, u.a. schiefer Mund
  • Schmerzen oder Lähmungserscheinungen im Versorgungsgebiet einzelner Nerven
  • Hirnhautentzündung, Meningitis (starke Kopfschmerzen, Fieber, Benommenheit, Ausfallerscheinungen)
  • Muskelentzündungen, Muskelschmerzen
  • Taubheitsgefühle in bestimmten Körperarealen
  • Sehstörungen
  • Gangunsicherheit
  • geistige Beeinträchtigung, Zerstreutheit, Konzentrationsstörungen

Autoren: Dr. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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