Multiple Sklerose und Borreliose

Ist die Multiple Sklerose in Wirklichkeit eine Borrelien-Infektion? Und damit mit Antibiotika behandelbar? Mehr zu diesem heiß diskutierten Thema in dieser Rubrik.

Ist es denkbar, dass eine MS durch eine Borrelien-Infektion ausgelöst wird?

Ja, denkbar ist das auf jeden Fall. Die dahintersteckende Idee ist, dass Borrelien (eine Bakterien-Art) besonders bei chronischen Infektionen das Immunsystem irritieren. Aus einer solchen andauernden Irritation des Immunsystems könnten durchaus Autoimmunerkrankungen entstehen. Also Erkrankungen, bei denen vom Immunsystem versehentlich körpereigene Gewebe angegriffen werden.

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Was ist eine Neuroborreliose?

Die Neuroborreliose ist eine Komplikation der Borrelien-Infektion. Es kommt dabei zu einem Befall des Nervensystems. Wochen bis Monate nach der Infektion mit den Borrelien (das sind die für die Borreliose verantwortlichen Bakterien) kommt es dann zu einer Entzündung von Nervenzellen, Nervenwurzeln oder auch der Hirnhäute.

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Unklare Nervenbeschwerden: Wie stellt man fest, dass es eine Borreliose ist?

Oft gelingt das überhaupt nicht. Es ist nämlich nicht einfach, eine Borrelien-Infektion des zentralen Nervensystems festzustellen. Weder mit Bluttests noch mit der Suche nach speziellen Antikörpern im Gehirnwasser gelingt es zuverlässig, nachzuweisen, dass Borrelien-Bakterien im Gehirn die Ursache der Beschwerden sind.

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MS: Mit welchem Argument lehnt die Schulmedizin die Borrelien-Hypothese ab?

Die Schulmedizin sieht den Zusammenhang zwischen einer Borrelien-Infektion und einer MS-Erkrankung als nicht bewiesen an. Und lehnt die Theorie damit weitestgehend ab.

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Kann man eine MS sicher von einer Borreliose unterscheiden?

Nein. Das ist zumindest die Ansicht einiger Experten. Es gibt zwar definierte Diagnosekriterien für die Multiple Sklerose (MS), also Hinweise, die auf eine MS hindeuten. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Symptome, oder spezielle Veränderungen auf MRT-Aufnahmen des Gehirns. Doch alle diese Hinweise können theoretisch auch bei der Borreliose auftreten. Exakter gesagt bei der Neuroborreliose, wenn also die Infektionskrankheit Borreliose die Nerven befällt.

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MS und die Borrelien-Hypothese: Soll ich einen Versuch mit Antibiotika wagen?

Ja, das ist immer eine Überlegung wert. Mir selbst haben nach der MS-Diagnose Antibiotika sehr gut geholfen und viele Symptome sind seit Beginn der Behandlung rückläufig bzw. verschwunden. Auch gibt es immer wieder Berichte von anderen Patienten, z.B. in MS-Foren, die von dem Erfolg einer Antibiotikabehandlung profitieren konnten.

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Kann man mit einem Antibiotika-Versuch gegen die MS etwas falsch machen?

Ja und nein. Es lässt sich nicht ausschließen, dass eine versuchsweise Antibiotika-Behandlung bei MS keine Verbesserung bringt, die Beschwerden also nicht beeinflusst werden. Da Antibiotika auch Nebenwirkungen haben können, hat man dann im ungünstigsten Fall nur Nachteile.

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MS durch Borrelien: Muss man bei einem Antibiotika-Versuch die Standard-Medikamente absetzen?

Nein, in der Regel kann ein Therapieversuch mit Antibiotika auch begleitend bzw. zusätzlich zu einer MS-Basistherapie durchgeführt werden. Allerdings sollte man sich vor Beginn der Antibiotikabehandlung unbedingt mit seinem Neurologen kurzschließen.

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Warum kann man eine Borrelien-Infektion auch übersehen?

Es ist nach Ansicht einer Vielzahl von Medizinern und Forschern möglich, dass sich im Blut keine Antikörper gegen Borrelien nachweisen lassen, obwohl eine Infektion stattgefunden hat. Da aber der Test auf eine Borreliose genau über diese Antikörperbestimmung vorgenommen wird, sind hier Fehldeutungen möglich.

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Chronische Borreliose statt MS: zu welchem Arzt?

Ist eine Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert, kann es durchaus schwierig sein, einen Arzt zu finden, der sich ernsthaft der Idee widmet, es könnte etwas ganz anderes dahinter stecken. Der also von der schulmedizinischen Sicht abweicht und die Option einer chronischen Borreliose als Ursache der Beschwerden in Betracht zieht. Denn wir Ärzte werden im Studium nicht dazu erzogen, einen kritischen Blick auf die medizinische Praxis zu werfen und das, was gerade in den Leitlinien propagiert wird, auch mal anzuzweifeln.

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