Darf ich mit Multipler Sklerose Sport treiben?

Unbedingt. Wer an einer MS erkrankt ist, profitiert wie jede andere Person von regelmäßiger Bewegung. Wichtig dabei ist, eine für Sie geeignete Sportart zu finden und Ihre ganz persönliche Belastungsgrenze zu beachten.

Sport macht glücklich & hält fit

Sportliche Aktivitäten senken nicht nur nachweislich das Risiko für die Entstehung bestimmter Krankheiten (Herz-Gefäß-Erkrankungen, Diabetes, Rückenbeschwerden etc.), sie steigern auch allgemein unser körperliches und psychisches Wohlbefinden. Des Weiteren kann Sport, richtig eingesetzt, zusätzlich bei MS-Erkrankten als wichtiger Therapiebaustein bestimmte Begleitsymptome (u.a. Spastik, Koordinationsprobleme, Fatigue) gezielt und langfristig verbessern.

10 Argumente, warum Sie auch mit Multipler Sklerose regelmäßig Sport treiben sollten:

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei Multipler Sklerose

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  • 1. Sport baut Muskeln und Knochen auf – das bringt Kraft und Ausdauer.
  • 2. Sport steigert die Gehirndurchblutung und kann die kognitiven Funktionen verbessern (Konzentration, Denkleistung, Wahrnehmung, Problemlösungsfähigkeit).
  • 3. Sport kräftigt den Herzmuskel, weitet die Blutgefäße, senkt den Blutdruck.
  • 4. Sport kann langfristig dem funktionalen Abbau bei MS vorbeugen – gezielt eingesetzt, erhöht er die Mobilität und verbessert das Gleichgewicht.
  • 5. Sport regt den Stoffwechsel und die Fettverbrennung an.
  • 6. Sport hilft beim Stressabbau.
  • 7. Sport wirkt sich positiv auf die Fatigue (starke Müdigkeit und Erschöpfung) aus.
  • 8. Sport sorgt für eine vermehrte Ausschüttung von Glückshormonen und kann Depressionen mindern.
  • 9. Sport steigert das Selbstvertrauen in die körperlichen Fähigkeiten – das führt u. a. zu einer besseren Krankheitsbewältigung.
  • 10. Sport fördert soziale Kontakte und verbessert insgesamt die Lebensqualität.

Keine vermehrten Schübe

Die Zeiten, als man noch glaubte, dass Schonung und Bettruhe für MS-Erkrankte besser seien als regelmäßige Bewegung, sind lange vorbei. Entgegen der früheren Meinung, dass sich Sport negativ auf den Krankheitsverlauf der MS auswirken könnte, weiß man heute, dass es beispielsweise keinen Zusammenhang gibt zwischen sportlicher Aktivität und der Schubrate.

Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches und sinnvolles Sport- bzw. Bewegungskonzept ist allerdings, dass immer der einzelne Mensch mit seiner ganz individuellen MS-Symptomatik im Fokus stehen sollte. Nicht jeder ist für jede Sport- oder Entspannungsart geeignet bzw. gewillt, sie auch auszuüben. So kann es sein, dass manche Betroffene einen breiten Trainingsplan mit Ausdauer- und Krafttraining sowie Beweglichkeits- und Gleichgewichtsübungen bevorzugen, während es andere überfordert.

Lassen Sie sich also bei der Wahl Ihrer sportlichen Aktivitäten ruhig Zeit, holen Sie sich ggf. professionelle Tipps und finden Sie so zu Ihrer ganz persönlichen "Leibesübung".

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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