Kann man mit der Ernährung den Verlauf der MS beeinflussen?

Nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass der wissenschaftliche Nachweis eines positiven Einflusses der Ernährung schwierig ist. Nicht nachgewiesen heißt also hier nicht "bringt nichts".

Heilpflanzen und MS – einige haben Potential

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Ausgewogen & vielfältig

Da eine gesunde Ernährung in jedem Fall zu einem positiveren Körpergefühl beiträgt, ist es allemal sinnvoll, sich ausgewogen, vitamin- und ballaststoffreich sowie fettarm zu ernähren. Kombinieren Sie das Ganze noch mit ausreichend Flüssigkeit, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Körper mit der nötigen Energie und allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

Doch was bedeutet das konkret für die Umsetzung im Alltag? Was genau beinhaltet fettarme, ballaststoffreiche und vielfältige Kost? Wieviel und vor allem welche Nahrungsmittel sollte man bevorzugt am Tag essen?

Die zehn Regeln der "Esskunst"

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse dazu zehn Regeln formuliert, die wir nachfolgend für Sie zusammengefasst haben. Sie sollen Ihnen als Wegweiser für eine gesunde Ernährung bei Multipler Sklerose dienen.

Tipps für vollwertiges, gesundes Essen und Trinken bei MS:

  • Essen Sie abwechslungsreich und bevorzugen Sie dabei pflanzliche Lebensmittel.
  • Ergänzen Sie die Auswahl an pflanzlichen Nahrungsmitteln durch tierische Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte (täglich), Fisch (1-2x/Woche), Fleisch (max. 300 bis 600 g pro Woche, idealerweise Geflügel) und Eier (in Maßen).
  • Wählen Sie ballaststoffreiche, vollkornhaltige Nahrungsmittel (Brot, Getreideflocken, Nudeln, Reis) und essen Sie Kartoffeln bevorzugt als Salz-, Pell- oder Ofenkartoffeln.
  • Versuchen Sie, mindestens 3 Portionen Gemüse (400 g) und 2 Portionen Obst (250 g) am Tag zu essen und kombinieren Sie es mit Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen, Kichererbsen) sowie (ungesalzenen) Nüssen.
  • Bereiten Sie Ihr Essen möglichst fettarm zu ("Garen statt Braten") und verwenden Sie möglichst pflanzliche Öle (z. B. Rapsöl, Olivenöl).
  • Meiden Sie versteckte Fette in Wurstwaren, Fast-Food oder Fertigprodukten, in Gebäck und Süßwaren.
  • Versuchen Sie, nach Möglichkeit auf Zucker und Salz zu verzichten und greifen Sie lieber zu Kräutern und Gewürzen.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit (ca. 1,5 Liter/Tag) zu sich, am besten stilles Wasser oder ungesüßten Tee. Verzichten Sie auf gesüßte Softgetränke, Energy-Drinks und zu viel Alkohol.
  • Nehmen Sie Ihre Mahlzeiten langsam und bewusst ein – das fördert den Genuss und das Sättigungsempfinden.
  • Kombinieren Sie eine gesunde Ernährung mit regelmäßiger körperlicher Bewegung (täglicher Spaziergang, Fahrradfahren, Schwimmen etc.).

Auch mal "Fünf gerade sein lassen"

Diese Auflistung bedeutet natürlich nicht, dass Sie sich – nur weil Sie an MS leiden – zukünftig strikt an solche Ernährungsempfehlungen halten müssen. Essen ist Genuss und soll es auch bleiben. Gönnen Sie sich zwischendurch also ruhig mal bewusst den einen oder anderen "Ausrutscher". Das gelegentliche Sündigen schadet (in Maßen) weder Ihnen noch Ihrer Erkrankung.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Dr. med. Sonia Trowe

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