Rauchen kann gegen Interferon immun machen

Wer als MS-Betroffener Interferon spritzt und gleichzeitig raucht, hätte jetzt vielleicht noch einen Grund mehr, sich künftig vom Glimmstengel fernzuhalten:

Eine aktuelle Studie mit 695 Teilnehmern zeigte, dass MS-Patienten, die während ihrer Therapie mit Interferon-Beta-1a regelmäßig rauchen, deutlich öfter Antikörper gegen das Medikament entwickeln als Nichtraucher.

Diese Antikörper neutralisieren das Interferon und können dazu führen, dass seine Wirkung und damit der Behandlungserfolg relevant absinkt. Auf diesen negativen Effekt haben bereits früher mehrere kleine Erhebungen hingewiesen.

Für die vorliegende schwedische Studie wurden nun gezielt und in größerem Umfang Krankenblätter, Blutwerte und Rauchgewohnheiten von Patienten ausgewertet. Interessanterweise war die Antikörperbildung wieder normal niedrig, wenn die Patienten im Jahr vor Therapie und Untersuchung mit dem Rauchen aufgehört hatten.

Zugrundeliegende Studie:

Smoking and risk of treatment-induced neutralizing antibodies to interferon β-1a. Multiple Sclerosis Journal, first published on August 7, 2013

KOMMENTAR:

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, gilt für MS-Patienten offenbar in ganz besonderem Maße. Die Ergebnisse der Studie fügen dieser Erkenntnis nur noch ein weiteres Indiz hinzu. Auch andere Untersuchungen deuten immer wieder den besonders negativen Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und Multipler Sklerose an: So zeigen einige Studien, dass bei Rauchern die Krankheit oft deutlich schneller voranschreitet und auch Ausfälle signifikant häufiger bzw. stärker sind als bei nichtrauchenden Vergleichsgruppen mit MS. Viele Gründe also, ernsthaft ans Aufhören zu denken – nicht nur, wenn man gleichzeitig Interferon spritzt.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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