Siponimod zeigt in früher Studienphase verheißungsvolle Erfolge bei schubförmiger MS

Der Rezeptor-Regler Siponimod scheint positive Effekte auf die Aktivität von Hirnläsionen bei schubförmiger MS zu haben. Diese ersten Ergebnisse einer Phase-II-Studie sind im aktuellen Lancet veröffentlicht.

In dieser sogenannten BOLD-Studie wurden in zwei Kollektiven jeweils zwischen 100 und 200 MS-Patienten untersucht. Die eine Gruppe erhielt Siponimod in verschiedenen Dosierungen über 3 Monate, die andere über 6 Monate. Ein Teil des Kollektivs erhielt ein Scheinmedikament. Nach Ablauf des Testzeitraums wurde vor allem die Wirkung auf die Aktivität der Herde im MRT (Magnetresonanztomographie) analysiert.

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Dabei zeigte sich – im Vergleich zur Plazebogruppe – bereits bei der niedrigsten Tages-Dosis von 0,25 mg Siponimod eine Reduzierung entzündlicher Hirn-Läsionen um 35%. Bei höherer Dosierung konnte sogar noch eine signifikant stärkere Verringerung der im MRT sichtbaren Herde beobachtet werden: Bei 1,25 mg beispielsweise um 66%, bei 2 mg um 72% und bei 10 mg sogar um 82%. Die Zahl der leichten Nebenwirkungen korrelierte dagegen nur schwach mit der Dosierung. Ernste Begleiterscheinungen kamen bei der Studien-Gruppe, die das Medikament über ein halbes Jahr bekam, allerdings deutlich häufiger vor als bei denen, die Siponimod nur über 3 Monate einnahmen.

Zugrundeliegende Studie:

Siponimod for patients with relapsing-remitting multiple sclerosis (BOLD): an adaptive, dose-ranging, randomised, phase 2 study. The Lancet Neurology, 12 August 2013.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner+

Kommentar: Berechtigte Hoffnung durch Siponimod?

Wieder eine interessante und zuversichtlich stimmende Studie, die hier im wissenschaftlich hoch angesehenen Fachblatt Lancet publiziert wird. Offenbar scheint der selektive Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-Regler Siponimod eine Wirkung auf die Entzündungsherde bei schubförmiger MS zu haben – insbesondere bei höherer Arzneimitteldosierung.

Etwas einschränkend muss man allerdings sagen, dass es sich tatsächlich noch um eine sehr frühe Studien-Phase handelt. Auch gehen Verbesserungen im Erscheinungsbild eines MRT-Screens nicht unbedingt Hand in Hand mit Symptomreduktion oder günstigerem Krankheitsverlauf. Insbesondere die Zunahme von ernsten Nebenwirkungen bei längerer Einnahmezeit muss im Auge behalten und näher untersucht werden.

Zur Beurteilung des Therapieerfolgs sowie der Verträglichkeit des Medikaments sollten hier also unbedingt noch die Ergebnisse der wichtigen folgenden Studienphasen abgewartet werden. Trotzdem dürfen diese durchaus mit positiver Spannung erwartet werden…

Dr. med. Katharina Buch

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