Multiple Sklerose: Neuer Therapieansatz mit Blutdruckmittel?

Ein modernes Blutdruckmittel scheint in der Lage zu sein, die Entzündungsreaktionen bei der Multiplen Sklerose (MS) zu unterdrücken. Das haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums in Laborversuchen herausgefunden.

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Unter den zahllosen Medikamenten gegen zu hohen Blutdruck gibt es eine Gruppe, die Angiotensin-Rezeptor-Blocker genannt wird. Die Sartane, wie diese Wirkstoffe auch genannt werden, hemmen den körpereigenen Botenstoff Angiotensin II, was sich günstig auf den Blutdruck auswirkt. Aber offenbar nicht nur auf den.

Sogar die Lähmungserscheinungen gingen zurück

In Versuchen an Mäusen wiesen die Heidelberger Forscher nach, dass Angiotensin-Rezeptoren auch an Nervenzellen sitzen - und dass eine Hemmung dieser Rezeptoren zu einer Reduzierung der Entzündungsherde bei MS führt. Unter Behandlung mit dem Angiotensin-Rezeptor-Blocker Candesartan nahmen sogar die Lähmungserscheinungen bei den erkrankten Tieren ab.

Zwar sind Ergebnisse solcher Tierversuche nicht nur aus ethischen Gründen mit Vorsicht zu genießen. Doch nach Ansicht von Studienleiter Prof. Michael Platten ist das zumindest ein sehr vielversprechender Ansatz, an dem jetzt in jedem Fall weitergearbeitet wird.


Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 26.07.10
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

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