Progressive Multiple Sklerose: Weltweite Forschungs-Initiative gestartet

Die chronische Form der Multiplen Sklerose führt in der wissenschaftlichen Erforschung leider immer noch ein Schattendasein. Ein großangelegter und mit 22 Millionen Euro finanzierter Zusammenschluss von verschiedenen Arbeitskreisen international führender Universitätskliniken soll das nun ändern.

Im Zuge dieser Initiative werden aktuell 22 vielversprechende Studienprojekte in neun Ländern auf den Weg gebracht. Diese wurden im Vorfeld aus 195 innovativen Forschungsideen zum Thema progressive MS ausgewählt.

Ziele und Schwerpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen sind:

  • Besseres Verständnis der progressiven Form, um passende Therapieoptionen zu finden
  • Erstellung von kürzeren und lösungsorientierten Studiendesigns
  • Erforschung von diversen Wirkstoffen, die die MS-Progression stoppen oder sogar umkehren
  • Entwicklung und Erprobung von neuen Therapien zur Symptomreduzierung

Optimale Rahmenbedingungen für umfassende und hochkonzentrierte Arbeit

Um wichtige Wissenslücken zu füllen und rasch eine notwendige Infrastruktur an Bio- und Datenbanken aufzubauen, wurden bereits mehrere Pilotstudien begonnen, die extra auf ein bis zwei Jahre terminiert wurden. Die gesamte Initiative wurde ebenfalls bewusst auf einen überschaubaren Zeitraum von zunächst sechs Jahren festgelegt – eben damit mögliche, dringend erforderliche Behandlungsoptionen rasch und konzentriert entwickelt werden können. In dem Zuge sollen auch einige bereits laufende Studien umfassend unterstützt und damit deutlich beschleunigt werden.

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Zentral wichtig war den Initiatoren, dass auch neuartige, potentiell weiterführende Forschungs- und Behandlungsansätze hier zeitnah erprobt werden können und nicht an mangelnden finanziellen Mitteln oder hohen Bürokratiehürden scheitern.

Die Initiative wird organisiert von der Progressive MS Alliance. Finanziert wird sie primär von der MS International Federation sowie MS-Gesellschaften auf der ganzen Welt.

www.progressivemsalliance.org

KOMMENTAR:

Was soll man da sagen, außer: Das wurde aber auch höchste Zeit!

Die beachtlichen Erfolge bei der Therapie der schubförmigen MS nützen Menschen mit den chronisch-progressiven Formen wenig. Und auch eine „Ice Bucket Challenge“ zur Auftreibung von dringend benötigten Forschungsgeldern ist hier nicht in Sicht.

Umso erfreulicher also, dass nun solch eine wichtige und großangelegte Initiative auf die Beine gestellt wurde.

Positiv zu betonen ist dabei nicht nur die zeitliche Straffung der Studienprojekte, sondern auch die Tatsache, dass hier tatsächlich die weltweit besten wissenschaftlichen Zentren engmaschig zusammenarbeiten: Johns Hopkins University, Stanford University, Karolinska Institute, Yale University, Kessler Foundation Research Center und viele mehr.

Bleibt vorerst: Daumendrücken, dass es dieser Forschungs-Initiative gelingt, möglichst viele neue Erkenntnisse und Therapieoptionen rund um die progressive Multiple Sklerose zu gewinnen. Und, dass diese dann entscheidende Verbesserung bzw. Linderung für die Betroffenen bieten können.

Autor: Dr. Monika Steiner

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Kommentare (4)
Weltweite Forschungs-Initiative
4 Donnerstag, den 06. Oktober 2016 um 10:21 Uhr
Weltweit 22 Mio. Euro. Wahnsinn! Das sind für ein Land wie Deutschland ja mindestens 25.000 Euro. Wenn man das jetzt noch auf die in Deutschland geschätzten 120.000 an MS erkrankten Menschen umrechnet, sind das pro Kopf sagenhafte, knappe 22 Cent. Also unter diesen Voraussetzungen bin ich felsenfest davon überzeugt, dass die Initiative den großen Durchbruch bringen wird. :-)
Gibt es denn Neuigkeiten?
3 Montag, den 13. Juni 2016 um 08:06 Uhr
Meine Mutter hat MS mit chronischem Verlauf. Sie war über 50, als man das bei ihr diagnostiziert hat. Da die Läsionen an der HWS zu groß sind, hat sie enorme Mobilitätsprobleme. Ich hoffe sehr, dass die Forschungsarbeiten gute Ergebnisse erzielen werden. Wenn jemand den letzten Stand kennt, würde ich mich über Informationen sehr freuen. Danke im Voraus!
Mfg Selma
stimmt schon...
2 Donnerstag, den 22. Januar 2015 um 19:38 Uhr
Lieber René, da haben Sie wohl Recht. Kann man nur hoffen, dass trotzdem die ein oder andere hilfreiche Erkenntnis aus dem Forschungsvorhaben entspringt. Ich bleibe dran und werde bei Zeiten gern über die Ergebnisse berichten. Viele Grüße, M. Steiner
Tropfen auf dem heißen Stein
1 Donnerstag, den 22. Januar 2015 um 18:19 Uhr
22 Millionen hört sich im ersten Moment sehr viel an. Aber wenn man sich das mal durch den Kopf gehen läßt, ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn ich mir mal überlege wieviel Geld unsere Politiker für Mist verpulvern. Als für was besseres ausgeben wie zum Beispiel Krankheiten besser zu erforschen und zu behandeln.
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