Daclizumab HYP zeigt auch in Phase-3-Studie positive Effekte

Weitere Ergebnisse der großangelegten sogenannten DECIDE-Studie sind nun veröffentlicht: Demnach reduziert das Medikament "Daclizumab high yield process" (kurz DAC HYP) sowohl die Schubrate als auch die Krankheitsaktivität bei MS über zwei bis drei Jahre signifikant.

Das alle vier Wochen durch Injektion zu verabreichende Arzneimittel war auch dem Interferon-ß-1a Avonex® überlegen. Bei der Untersuchung wurden mehr als 1.800 Menschen mit schubförmiger MS in mehrere Gruppen eingeteilt: Eine injizierte sich über einen Zeitraum von 96 bis 144 Wochen einmal monatlich DAC HYP, eine andere Gruppe über dasselbe Intervall einmal wöchentlich Avonex®. Darüber hinaus gab es in beiden Kollektiven auch Kontrollgruppen, in welchen weder die Probanden noch die behandelnden Ärzte wussten, wer den Wirkstoff und wer jeweils das Scheinmedikament bekam.

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Die Auswertung zeigte, dass die Schubrate und die Krankheitsprogression im Vergleich zur Avonex-Gruppe und zu allen Plazebogruppen deutlich sank.

Hintergrund-Info:

Daclizumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper gegen den sogenannten Interleukin-2-Rezeptor – bisher häufig eingesetzt gegen Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantationen, aber in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit MS intensiv erforscht und entwickelt. Daclizumab HYP ist eine hochkonzentrierte flüssige Zubereitung des bisher meist verwendeten Daclizumab.

Zugrundeliegende Studie:

Zugrundeliegende Studie/ Quelle: DECIDE-Studie / Pressemitteilung von Biogen Idec and AbbVie vom June 16, 2014. Weitere Details werden in Kürze erwartet

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

Kommentar: DAC HYP senkt Schubrate und Krankheitsaktivität auch in Studien-Phase 3

Im letzten Jahr wurden die Studien-Ergebnisse der vorhergehenden Stufe (also der sogenannten Phase 2) publiziert: Schon da zeichnete sich ab, dass Daclizumab und Daclizumab high yield process Schubrate und Krankheitsaktivität der MS reduzieren können. In der nächsten Studienstufe, also der vorliegenden Phase 3, wurden nun Erfahrungen mit noch deutlich mehr Testpersonen gesammelt. Auch hier bestätigten sich die positiven Resultate. Zudem wurde das Medikament gut vertragen und die Zahl der potentiellen Nebenwirkungen war mit der Plazebogruppe weitgehend vergleichbar. Alles in allem also eher vielversprechend.

Allerdings sollte das Auftreten von zwei Fällen von malignem Melanom (also einem sehr bösartigen Hautkrebs) in einer früheren Studiengruppe zu denken geben. Dort war die Dosierung zwar höher als in der nun laufenden Untersuchung. Das Interleukin 2, also der Botenstoff der durch Daclizumab HYP gestoppt wird, ist allerdings auch das Mittel der Wahl bei der Therapie des malignen Melanoms – wodurch ein Zusammenhang also nicht unplausibel wäre. Bei einem möglichen Einsatz von Daclizumab HYP bei MS sollte die Haut also zumindest engmaschig ärztlich kontrolliert werden.

Dr. med. Monika Steiner

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