Niedriger Vitamin D-Wert zu Beginn der Erkrankung geht mit höherer Aktivität und Progression einer Multiplen Sklerose einher

Ein internationales Forscherteam aus Harvard hat herausgefunden, dass die Vitamin-D-Blutwerte, die Patienten ganz zu Beginn ihrer MS-Erkrankung aufweisen, signifikant mit deren Verlauf korrelieren. Und damit gegebenenfalls sogar Vorhersagen über einen langsameren bzw. schnelleren Krankheitsfortschritt möglich seien.

Ein Laborparameter von mehr als 50 nmol pro Liter 25-Hydroxyvitamin D resultierte dabei in einem deutlich milderen Krankheitsverlauf als ein Blutwert von weniger als 50. Basis für eine Beurteilung des Krankheitsbildes war hierbei die Anzahl der Schübe, der Behinderungsfortschritt auf der international gebräuchlichen EDSS-Skala sowie Veränderungen in der Magnetresonanztomographie (MRT).

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Grundlage dieser Untersuchung waren die Daten von 799 Patienten, die an der sogenannten BENEFIT-Studie teilgenommen hatten. In dieser Untersuchung wurde getestet, ob bei Menschen, die ein erstes neurologisches Ereignis (clinically isolated syndrome/ CIS) durchgemacht hatten, durch die frühe Gabe von Interferon ein definitiver Ausbruch der Erkrankung noch verhindert werden könnte. Von all diesen Patienten lag mindestens ein Blutwert ihres Vitamin-D-Niveaus vor, der in der vorliegenden Untersuchung nachträglich mit dem individuellen Verlauf über die nächsten fünf Jahre abgeglichen wurde.

Interessanterweise spielte der damals jeweilig niedrige bzw. hohe Vitamin-D-Wert eine große Rolle – ganz unabhängig davon, ob die Patienten während der Studie nun mit Interferon beta-1b behandelt wurden oder nicht.

Hintergrund-Info: Vitamin D wird vom Körper selbst produziert – ist aber in entscheidendem Umfang von der Zufuhr von Sonnenlicht über die Haut abhängig. In kleinerem Umfang ist auch die Aufnahme über die Nahrung (z.B. durch fetten Seefisch) relevant.

Zugrundeliegende Studie:

Vitamin D as an Early Predictor of Multiple Sclerosis Activity and Progression. JAMA Neurol. Published online January 20, 2014

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

Kommentar: Vitamin D-Blutwert zu Beginn einer MS-Erkrankung lässt Aussage über Verlauf zu

Diese Studiendaten liefern ein weiteres Mosaiksteinchen in der mittlerweile nicht mehr wirklich neuen Debatte um die Relevanz von Vitamin D-Mangel bei der Entstehung von MS – auch wenn die genauen Mechanismen und weitere zugrunde liegende Trigger immer noch unbekannt sind…

Immer wieder erfährt man aus renommierten Fachkreisen von der Wichtigkeit von Vitamin D zur Vermeidung einer Vielzahl von Krankheiten – eben nicht nur der (meist alte Damen betreffenden) Osteoporose/ Knochenschwund. Mittlerweile gilt ein Mangel dieses Vitamins als Mitursache für diverse Krebsarten, einige Herz-Kreislauf-Leiden sowie eben eine Vielzahl von Autoimmunerkrankungen.
Bedauerlich ist, dass jahrzehntelang in der Laienpresse und Gesundheitsdebatten immer nur die Gefahren des Sonnenlichts im Vordergrund standen. Auch wenn Sonnenbrand und Melanomrisiko sicher ebenso wichtige Themen sind – die öffentliche Wahrnehmung lag über einen viel zu langen Zeitraum sehr einseitig auf diesen negativen Auswirkungen der Sonne!

Wer weiß, ob nicht so mancher gesundheitsbewusste Mensch aus unseren eh lichtarmen Breiten, hier nicht allzu vorsichtig war – und somit letztlich tatsächlich sehr schlecht beraten war….

Dr. med. Monika Steiner

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