Alkoholkonsum geht offenbar mit niedrigerer MS-Rate einher

Eine große schwedische Studie hat einen Zusammenhang zwischen dem Genuss von Alkohol und einer damit einhergehenden kleineren Wahrscheinlichkeit einer späteren MS-Erkrankung festgestellt. Für die Untersuchung wurden rückwirkend sogenannte Lifestyle-Daten von 6.619 MS-Patienten sowie 7.007 gesunden Kontrollpersonen aus zwei vorangegangenen Studien verglichen.

Die Ergebnisse zeigten klar: Diejenigen, die in den Jahren und Jahrzehnten zuvor mäßig, aber regelmäßig alkoholische Getränke zu sich genommen hatten, waren später deutlich seltener von Multipler Sklerose betroffen. Dieses galt sowohl für Männer als auch für Frauen.

Schon bei anderen Autoimmunerkrankungen wie Arthritis (Rheuma) oder Lupus war Wissenschaftlern immer wieder ein solch gegenläufiger Zusammenhang aufgefallen. Als Ursache wird vermutet, dass Alkohol bestimmte immunologische Prozesse schlichtweg unterdrückt.

Rauchen zeigte gegenteiligen Effekt

Zigarettenkonsum wurde in dieser Studie als möglicher Co-Trigger für MS hingegen bestätigt: So waren frühere Raucher, die auf Wein, Bier und Co verzichteten, deutlich häufiger von Multipler Sklerose betroffen als nichtrauchende Alkoholkonsumenten bzw. Nichtraucher allgemein.

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Genauen Aufschluss über diese Zusammenhänge konnte diese im JAMA Neurology veröffentlichte Studie leider nicht geben. Auch bezieht sie sich explizit nur auf schützende bzw. risikobehaftete Faktoren, die vor dem Ausbruch der Erkrankung lagen. Rückschlüsse auf die Wirkung von Alkohol auf Menschen, die bereits MS haben, konnten aus den Daten nicht abgeleitet werden.

Zugrundeliegende Studie:

Alcohol as a Modifiable Lifestyle Factor Affecting Multiple Sclerosis Risk. JAMA Neurol. Published online January 06, 2014

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

Kommentar: Wer Alkohol trinkt, erkrankt seltener an Multipler Sklerose

Ganz interessante Daten für alle, die sich mit möglichen Ursachen und Auslösefaktoren der Multiplen Sklerose beschäftigen. Leider bleiben tatsächlich viele Fragen offen...

Und als Empfehlung für MS-Betroffene ab sofort mehr Alkohol zu konsumieren, sollte diese Erhebung erst recht nicht verstanden werden. Im Gegenteil: Schon mehrfach wurde von wissenschaftlicher Seite darauf hingewiesen, dass Menschen mit Autoimmunerkrankungen im Vergleich zu Gesunden oft eine deutlich geringere Alkoholtoleranz hätten (was im Rückschluss vielleicht sogar die Abstinenz im Vorfeld der Erkrankung begründen könnte!?). Man weiß es nicht…!

Einen kleinen Trost halten die Resultate der Studie für MS-Betroffene aber möglicherweise bereit: Wer früher gelegentlich „zu tief ins Glas geguckt hat“ und sich Sorgen macht, ob dieses vielleicht zu seiner MS-Erkrankung beigetragen hat, erhält durch die Daten vielleicht einwenig Entlastung.

Dr. med. Monika Steiner

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Kommentare (1)
Alkoholgenuss und Ausbruch der MS
1 Freitag, den 30. Dezember 2016 um 19:38 Uhr
Habe schon in der Jugend die MS-Anzeichen gehabt. 10 Jahre später ist die MS ausgebrochen. Vor dem Ausbruch habe ich sehr harten Alkohol getrunken. Sehr viel und hochprozentigen Whisky. Nach dem Ausbruch hat sich mein Alkoholkonsum nur auf Bier reduziert. Trinke unregelmäßig mein Bier.
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