Multiple Sklerose: Neues Medikament verringert Schübe

Ein internationales Wissenschaftler-Team unter Federführung der Universität Basel hat ein neues Medikament gegen Multiple Sklerose (MS) getestet. Das Fazit: Es vermindert im Vergleich zu bisherigen Wirkstoffen die aktiven MS-Herde und die Schubhäufigkeit.

Um bis zu 80% weniger Schübe

Die Rede ist von Ocrelizumab. Der monoklonale Anti-CD20-Antikörper wurde an 218 Patienten im Alter zwischen 18 und 55 Jahren getestet.

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In der jetzt publizierten Studie verringerte Ocrelizumab die Zahl und Ausdehnung der aktiven MS-Herde im Vergleich zu einer Plazebotherapie um 89% (bei einer Dosis von 600 mg) bzw. 96% (bei einer Dosis von 2.000 mg). Mit der geringeren Dosis sank die Schubhäufigkeit um 80%, bei der höheren um 72%.

Schwere Nebenwirkungen traten nach Auskunft der Studienautoren nur selten auf.

Angriffspunkt bei den B-Zellen statt bei den T-Zellen

Die Versuche mit dem Wirkstoff Ocrelizumab beruhen auf neuen Erkenntnissen zur immunologischen Entstehung von MS. Bisher war man davon ausgegangen, dass die sogenannten T-Zellen, die die zelluläre Reaktion des Immunsystems steuern, hauptsächlich für den Erkrankungsprozess verantwortlich sind. Inzwischen weiß man, dass auch (oder sogar vor allem) die B-Zellen das Immunsystem zu seiner zerstörenden Arbeit antreiben. Die B-Zellen bestimmen die antikörpergebundenen Reaktonen. Das neue Medikament, das jetzt in weiteren Studien seine Wirkung beweisen muss, wirkt genau auf diese Zellen.


WANC 07.11.2011
Quelle: The Lancet, doi:10.1016/S0140-6736(11)61649-8

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