10 Tipps bei Multiper Sklerose

Meine ganz persönlichen Empfehlungen für Betroffene

MS, die "Krankheit mit den 1000 Gesichtern". Trotz intensiver Forschung lassen sich die genauen Gründe für die Entstehung der Multiplen Sklerose bislang noch nicht vollständig klären. So vielfältig die vermuteten auslösenden Faktoren sind, so unterschiedlich kann sich die Autoimmunerkrankung letztendlich auch bei den Betroffenen äußern.

Allgemeine Empfehlungen sind da schwierig. Dafür sind die Krankheitszeichen, der Verlauf und die Therapieerfolge viel zu individuell. Dennoch gibt es vielleicht den einen oder anderen Tipp, der Ihnen bei der täglichen Bewältigung der MS helfen könnte, Ihnen mehr Lebensqualität ermöglicht und eventuell sogar neue Perspektiven eröffnet.

Meine 10 Tipps bei Multipler Sklerose

  • 1. Informieren Sie sich. Wie bereits erwähnt, laufen die Forschungsarbeiten zur MS weiter auf Hochtouren. Die moderne Wissenschaft hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur einiges zum besseren Verständnis dieser chronisch-entzündlichen, neurologischen Autoimmunerkrankung beigetragen, sondern auch neue Therapieoptionen geschaffen. Lassen Sie sich nicht von der Diagnose MS einschüchtern, sondern nutzen Sie Ihre Möglichkeiten zum "Gegenangriff". Zeigen Sie Eigeninitiative, verschaffen Sie sich sachliche Informationen (z.B. bei der DMSG, Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.) und ignorieren Sie die kursierenden Gerüchte und Vorurteile zur MS. Welches Krankheitsstadium liegt bei mir vor? Welche Behandlungen kommen hierfür in Betracht? Welche ergänzenden nicht-medikamentösen Maßnahmen sind sinnvoll? Was kann ich selbst dazu beisteuern?
  • 2. Achten Sie auf qualifizierte Kliniken und Praxen. Da die Multiple Sklerose eine chronische Erkrankung ist, werden Sie dauerhaft wohl nicht ohne ärztliche Begleitung und entsprechende Behandlungsmaßnahmen auskommen. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich frühzeitig um eine fachgerechte, wohnortnahe Versorgung kümmern, in der Sie sich auch gut aufgehoben fühlen. Erkundigen Sie sich über MS-zertifizierte Praxen und Kliniken, die Ihnen bei Bedarf sowohl nicht-medikamentöse als auch Arzneimittel-gestützte, individuell abgestimmte Therapien anbieten und jederzeit ein Ohr für Ihre Sorgen und Nöte haben.
  • 3. Bleiben Sie kritisch. So verführerisch ein neues Medikament und die drumherum herrschende Euphorie erscheint, so kritisch sollte man als Betroffener das genaue Anwendungsgebiet, die Zulassungsbeschränkungen und Nebenwirkungen betrachten. Nicht jeder Wirkstoff ist für jeden MS-Typ geeignet, verträglich oder gar im normalen Alltag einsetzbar. Im Zeitalter der modernen Medienübertragung sorgen manche vorschnellen Pressemeldungen über innovative Arzneistoffe nicht selten für falsche Hoffnungen, energieraubende Zeitverschwendung und Enttäuschungen. Seien Sie aufmerksam und informieren Sie sich ggf. an seriöser Stelle über die Grundlagen der Zulassung neuer Medikamente (z.B. unter http://www.ema.europa.eu/ema/).
  • 4. Tauschen Sie sich mit Betroffenen aus. In Deutschland leben über 200.000 Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose, Tendenz steigend. Profitieren Sie als Betroffener von der Erfahrung und den Gedanken anderer Menschen mit dieser Autoimmunerkrankung und tauschen Sie sich mit Ihnen aus. Möglichkeiten gibt es viele – sei es über Online-Foren, über offene Treffen an Ihrem Wohnort oder beispielsweise über Ihren DMSG-Landesverband. Wichtig ist, dass Sie sich mit der Erkrankung nicht allein fühlen und zurückziehen, sondern die MS annehmen und aktiv mit ihr umzugehen lernen.
    Aber Vorsicht: In einigen der Foren ist ein arg pessimistischer Grundton an der Tagesordnung: "Krankheit schlimm, Ärzte alle Betrüger, überhaupt alles furchtbar". Lassen Sie sich von solchen Einstellungen bitte nicht herunterziehen.
  • 5. Schützen Sie sich vor Infekten. Infektionen gelten bei der Multiplen Sklerose als sogenannte Triggerfaktoren. Das sind bestimmte Auslöser, die im Verdacht stehen, einen MS-Schub hervorzurufen. Das bedeutet nicht, dass jede Erkältung oder jeder Magen-Darm-Infekt zwangsläufig zu einem neuen Schub führen muss. Lediglich das Risiko ist erhöht. Und um dieses zu minimieren, sollten Sie einfach etwas achtsamer sein als andere Personen und offensichtlichen Ansteckungsquellen aus dem Weg gehen. Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände, meiden Sie in der Erkältungszeit z.B. öffentliche Verkehrsmittel, oder schränken Sie ggf. vorübergehend den Kontakt zu sichtbar infektiösen Menschen ein.
  • 6. Verzichten Sie auf das Rauchen. Dass Rauchen nicht gerade gesundheitsfördernd ist, sollte jedem klar sein. Im Falle der MS ist es aber besonders tückisch. Studien haben gezeigt, dass Rauchen nicht nur das Entstehen einer Multiplen Sklerose fördert, sondern auch den Verlauf negativ beeinflusst. Inwiefern? Nun, das Nervengift Nikotin sowie andere Bestandteile des Zigarettenrauchs greifen die äußeren Schutzhüllen der Nerven an und stören die Übertragung von Nervenimpulsen. Rauchen schädigt also genau die Nervenregionen, die bei der MS ohnehin schon angegriffen sind. Tun Sie sich also einen Gefallen und packen Sie die Fluppen weg. Und da das leichter gesagt als getan ist, wäre es nicht verkehrt, sich hierbei ggf. professionell unterstützen zu lassen.
  • 7. Ernähren Sie sich gesund. Bislang gibt es keine Studie, die eindeutig nachweisen konnte, dass eine bestimmte Ernährungsform den Verlauf der MS positiv beeinflussen kann. Deshalb Finger weg von sogenannten MS-Diäten! Fest steht aber, dass eine gesunde, ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche, fettarme Ernährung zu einem besseren Körpergefühl beiträgt. Fangen Sie aber bitte nicht an, nun auf sämtliche "ungesunde" Sachen vollständig zu verzichten, sondern gönnen Sie sich zwischendurch ruhig mal etwas Gutes. Schließlich ist Essen auch Genuss und soll es auch bleiben. Wer mit Vitaminen und Nährstoffen nachhelfen möchte, dem empfehlen wir einen speziellen Gesundheitssaft, dessen Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Ein Löffel pro Tag deckt alle wichtigen Vitalstoffe und sekundären Pflanzenstoffe ab, eine Flasche reicht damit für etwa 50 Tage.
  • 8. Seien Sie aktiv, ohne sich zu überfordern. Sport und Bewegung sind gesund und auch für MS-Betroffene zu empfehlen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie sich bei Ihren körperlichen Aktivitäten nicht übernehmen, sondern sie jeweils Ihrem körperlichen und psychischen Zustand anpassen. Nehmen Sie sich Zeit, eine für Sie geeignete Sportart zu finden, und lernen Sie dabei auch, Ihre persönlichen Belastungsgrenzen zu beachten. Lassen Sie sich ruhig von einem Physiotherapeuten beraten, denn Sport kann, richtig eingesetzt, bei der MS als wichtiger Therapiebaustein auch sämtliche Begleitsymptome (Koordinationsprobleme, Spastik, Fatigue etc.) gezielt und langfristig verbessern. Seien Sie auch offen für die sogenannten Entspannungs- und Bewegungslehren (Feldenkrais, Qigong, Yoga, Tai Chi usw.), die eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Sportarten bieten.
  • 9. Kinderwunsch ist kein Tabuthema. In der Regel treten die ersten MS-Symptome zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auf, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Ein Lebensabschnitt, in dem Themen wie Kinderwunsch, Schwangerschaft und Kindererziehung eine große Rolle spielen. Gut zu wissen, dass eine Familienplanung heutzutage trotz MS grundsätzlich möglich ist. Voraussetzung ist allerdings ein gutes Therapiekonzept und die enge Zusammenarbeit zwischen Ihrem Gynäkologen und Neurologen. Übrigens, interessanterweise scheint die Schubhäufigkeit während der Schwangerschaft sogar abzunehmen.
  • 10. Um Hilfe bitten, wenn sie benötigt wird. Die MS kann mit sehr unterschiedlicher Intensität auftreten und sich hinsichtlich der Begleitsymptome auch sehr variabel präsentieren. Viele MS-Betroffene kommen trotz einiger Einschränkungen mit einer bedarfsgerechten Medikation recht gut im Alltag zurecht. Andere haben dagegen enorme Schwierigkeiten, ihre verlorengegangenen Fähigkeiten ausreichend zu kompensieren und vor allem zu akzeptieren. Lassen Sie es nicht soweit kommen und holen Sie sich rechtzeitig Unterstützung. Bereits durch eine gezielte symptomatische Behandlung (Physiotherapie, Logopädie, schmerzlindernde und muskelentspannende Arzneimittel, Psychotherapie etc.) ist es möglich, bestehende Beschwerden deutlich zu verbessern und so auch Ihre Lebensqualität zu steigern. Aber auch ein gutes Netzwerk aus Familie, Freunden und Bekannten kann Ihnen den Alltag (Einkaufen, Fahrdienst, ggf. Kinder hüten) enorm erleichtern und so auch für mehr Wohlbefinden sorgen. Keine falsche Scham, lassen Sie sich helfen!

Noch ein Extra-Tipp: Bisher gibt es kein pflanzliches Arzneimittel, das die MS nachweislich eindämmen kann. Möglicherweise fehlt es aber auch nur am Interesse der Pharmaindustrie und damit an Geldgebern für Studien in diese Richtung. Fakt ist aber auch: In den letzten Jahren haben in kleineren Untersuchungen gleich mehrere Naturstoffe großes Potential in Sachen Entzündungshemmung bei Autoimmunerkrankungen zeigen können. Dazu zählen Weihrauch, Kurkuma, die Aroniabeere, Weizengras und Katzenkralle, um nur einige zu nennen. Einen Versuch als ergänzende Maßnahme sind diese Heilpflanzen vielleicht wert. Falls Sie hier etwas probieren möchten, finden Sie zum Beispiel hier mehrere Produkte. In dem Shop sind auch die Wirkmechanismen der Naturstoffe bei MS recht gut erklärt.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Anzeigen