Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit bzw. Morbus Parkinson (weitere Synonyme: Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS), Parkinsonsche Krankheit, ältere Bezeichnung: Paralysis agitans = Schüttellähmung oder Zitterlähmung) ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie zählt zu den degenerativen Erkrankungen des Extrapyramidalmotorischen Systems.

Der Morbus Parkinson ist gekennzeichnet durch das vornehmliche Absterben von Nervenzellen in der Substantia nigra, einer Struktur im Mittelhirn, mit dem Botenstoff Dopamin. Der Mangel an Dopamin führt letztlich zu einer Verminderung der aktivierenden Wirkung der Basalganglien auf die Großhirnrinde.

Die Hauptsymptome sind

  • Rigor (Muskelstarre),
  • Bradykinese (verlangsamte Bewegungen), welche bis hin zu Akinese (Bewegungslosigkeit) führen kann,
  • Tremor (Muskelzittern) sowie
  • posturale Instabilität (Haltungsinstabilität).

Die aktuelle Definition des Parkinson-Syndroms fordert das Kernsymptom der Brady- bzw. Akinese in Kombination mit wenigstens einem der Kardinalsymptome Rigor, Ruhetremor und instabiler Körperhaltung (posturale Instabilität). Daneben sind verschiedene sensible, vegetative, psychische und kognitive Störungen möglich.

Einordnung

Der Begriff

Parkinson-Syndrom

ist ein Oberbegriff für Erkrankungen mit oben genannten Leitsymptomen. Die wichtigste Erkrankung ist der hier behandelte Morbus Parkinson, eine idiopathische Erkrankung (das heißt ohne bekannte äußere oder genetische Ursache). Liegt indes eine bestimmbare äußere Ursache zugrunde spricht man von einem sekundären oder symptomatischen Parkinson-Syndrom. Liegt ein neurodegeneratives Krankheitsbild mit anderem Schädigungsmuster mit zum Teil auch weiteren Symptomen, so spricht man von atypischen Parkinson-Syndromen.

Somit ergibt sich folgende Einteilung der Parkinson-Syndrome:

  • Das

    Idiopathische Parkinson-Syndrom

    (IPS), Gegenstand dieses Artikels
    • mit ca. 75 % häufigstes Parkinson-Syndrom
  • Das familiäre Parkinson-Syndrom
    • genetisch bedingte, vererbbare Formen, selten, benannt nach jeweiligem Genort (z. B. PARK1 usw.)
  • Symptomatische (sekundäre) Parkinson-Syndrome
    • medikamenteninduziert (z. B. bei Neuroleptika mit Dopamin-Antagonismus = Parkinsonoid)
    • vaskuläres Parkinsonsyndrom, z. B. bei der zerebralen Mikroangiopathie (Morbus Binswanger)
    • posttraumatisch (z. B. Boxer-Enzephalopathie)
    • toxininduziert (z. B. durch Kohlenmonoxid, Mangan, MPTP)
    • entzündlich (z. B. nach Enzephalitis Economo, auch bei diffusen erregerbedingten Gehirnerkrankungen wie der fortgeschrittenen HIV-Enzephalopathie)
    • metabolisch (z. B. beim Morbus Wilson)
  • Parkinson-Syndrome im Rahmen anderer neurodegenerativer Erkrankungen (atypische Parkinson-Syndrome)
    • Multisystematrophie
    • Progressive supranukleäre Blickparese
    • Kortikobasale Degeneration
    • Lewy-Körperchen-Demenz

Erkrankungsalter und Häufigkeit

Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr (Gipfel 58.–62. Lebensjahr).

Ein Parkinson-Syndrom kann selten bereits vor dem 40. Lebensjahr auftreten. In der Altersgruppe 40–44 Jahre ist etwa einer von 10.000 Menschen betroffen. Die Manifestationsrate der Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter bis etwa zum 75. Lebensjahr an, dann nimmt sie wieder ab. Von den über 80-Jährigen sind etwa 1,5–2,0 % von einem Parkinson-Syndrom betroffen. In Deutschland wird derzeit von 300.000–400.000 Betroffenen ausgegangen.

 

 

 


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