Wird die Parkinson-Krankheit vererbt?

Die große Mehrheit der Parkinson-Erkrankungen ist idiopathischer Natur, das heißt, ihre Ursache ist unklar. Nur ein kleiner Teil, etwa 2%, wird direkt vererbt und in der Gruppe der familiären Parkinson-Syndrome zusammengefasst.

Der Verdacht auf diese erbliche Form wird u.a. dann geweckt, wenn mehr als höchstens ein weiteres Familienmitglied an diesem Leiden erkrankt sind, womit ein diagnostisches Kriterium des idiopathischen Parkinson-Syndroms nicht mehr erfüllt wäre.

Wenn diese spezielle Situation nicht gegeben ist, können Sie im Umkehrschluss davon ausgehen, dass Sie bzw. Ihr Angehöriger die Krankheit nicht als Erbkrankheit bekommen hat und sie auch nicht weiter vererben wird.

Auch Mutation statt Vererbung möglich

Allerdings besteht die Vermutung, dass das Risiko, einen Morbus Parkinson zu entwickeln, in der Mehrzahl der Fälle durch das Zusammenwirken verschiedener Teile der genetischen Information zumindest mitbestimmt wird. Genetisch bedeutet hier aber nicht unbedingt „vererbbar“. So sind etwa Mutationen bekannt, die erst im Laufe des Lebens auftreten und durch eine veränderte Aminosäurenabfolge bei bestimmten Genen (z.B. dem α-Synuclein-Gen) in den betreffenden Zellen charakteristische Stoffwechselstörungen auslösen können, die zum parkinsontypischen Zelluntergang in der "Schwarzen Substanz" und in anderen Strukturen führen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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