Gibt es auch andere Erkrankungen außer Parkinson, bei der man zittert?

Ja, vor allem den sogenannten essentiellen Tremor. Das ist eine erbliche Erkrankung, bei der es ebenfalls zu unstoppbarem Zittern (Tremor = Zittern) kommt. Die Symptomatik beschränkt sich aber auf das Zittern. Bewegungsprobleme und Steifigkeit wie bei der Parkinson-Krankheit treten nicht auf.

Auch der Auslöser des Zitterns ist unterschiedlich: Bei der Parkinson-Krankheit dominiert das Zittern bei ruhiger Körperhaltung. Beim essenziellen Tremor kommt es eher bei Bewegungen oder dem Festhalten von Gegenständen zum Zittern (Haltezittern, Aktionszittern). Typisch für den essentiellen Tremor ist außerdem, dass Alkohol die Beschwerden lindern kann.

Der essenzielle Tremor beruht nicht auf einem Dopamin-Mangel. Die üblichen Parkinson-Medikamente sind deshalb nicht wirksam. Stattdessen helfen Betablocker und bestimmte Antiepileptika (Mittel gegen Epilepsie).

Die einfachste Möglichkeit, die beiden Ursachen des Zitterns zu unterscheiden, ist, L-Dopa einzunehmen. Bessert sich dann die Symptomatik, spricht vieles für Parkinson.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser/Dr. med. Jörg Zorn

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