Was hat die Parkinson-Krankheit mit der Multi-System-Atrophie (MSA) zu tun?

Bei beiden Erkrankungen sind die Dopamin-produzierenden Zellen der Substantia nigra geschädigt. Die Substantia nigra ist eine kleine Hirnregion, die in anatomischen Ansichten manchmal schwarz gefärbt erscheint (nigra = schwarz).

Bei der Multi-System-Athrophie (MSA) kommt es darüber hinaus aber auch noch in anderen Regionen des Gehirns zu Zelluntergängen, etwa im Streifenkörper (Corpus striatum) mit seinen Dopamin-Rezeptoren oder im Kleinhirn. Es handelt sich also um eine wesentlich weitreichendere Erkrankung des Nervensystems. Da die Dopamin-Rezeptoren geschädigt sind, spricht die MSA auf Dopamin-artige Medikamente kaum an. Entsprechend ist der Verlauf dieses atypischen Parkinson-Syndroms ungünstiger als bei der normalen Variante.

Zur Beruhigung, falls Sie sich noch in der Diagnose-Phase ("Habe ich Parkinson oder nicht?") befinden: Die Multi-System-Athrophie ist extrem selten.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser/Dr. med. Jörg Zorn

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