Parkinson: Hat Stalevo Nebenwirkungen?

Unter der Einnahme von Stalevo® kann es wie bei allen Präparaten, die den Dopaminspiegel im Gehirn künstlich erhöhen, neben den erwünschten auch zu unerwünschten Wirkungen kommen. Denn Dopamin steuert viele Vorgänge in unserem Körper.

Stalevo® ist ein Kombinationspräparat. Neben L-Dopa, das dem Gehirn mehr Dopamin zur Verfügung stellt, enthält es zwei weitere Wirkstoffe (Carbidopa und Entacapon), die die Wirkung jeweils verstärken.

Ohne Dopamin keine Bewegung

Mehr Dopamin heißt – vereinfacht ausgedrückt – mehr Bewegung. Der Botenstoff ist wesentlich an der Steuerung unserer Bewegungen beteiligt. Daher kommt es bei der Parkinsonerkrankung, die von einem Dopaminmangel gekennzeichnet ist, zu den typischen motorischen Einschränkungen, die auch vor Mimik und Gestik nicht Halt machen und die Ausdrucksmöglichkeiten der Betroffenen damit erheblich einschränken.

Ohne Dopamin kein Antrieb

Aber nicht nur das. Dopamin zählt auch zu den Glückshormonen, da es uns antreibt und motiviert. Das kann man sich gut veranschaulichen, wenn man an das "Kehrbild" der Krankheit denkt: die Psychose. Hier herrscht im Gegensatz zu Parkinson ein unkontrollierter Überschuss an Dopamin, was bis hin zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen führen kann.

Ohne Dopamin klappt der Kreislauf zusammen

Aber auch außerhalb des Gehirns leistet Dopamin wertvolle Dienste. Es kurbelt den Kreislauf an, erhöht bei Bedarf den Blutdruck und ist an der Steuerung und Durchblutung wichtiger Organe beteiligt. In schweren Schockzuständen wird es manchmal sogar als Notfallmedikament verabreicht.

Jede Wirkung hat ihren Preis

Aus all diesen vielfältigen Aufgaben erklären sich auch die vielen verschiedenen Nebenwirkungen. Sehr häufig sind u.a. folgende Nebenwirkungen:

  • unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien)
  • Muskelschmerzen
  • Übelkeit und Durchfall
  • rotbraune Verfärbung des Urins (die unbedenklich ist)

Weiterhin kann es zu folgenden Nebenwirkungen und Beschwerden kommen:

  • Veränderungen des Blutdrucks
  • Schwindel und Ohnmachtsanfälle
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schlaflosigkeit, aber auch starke Schläfrigkeit
  • psychische Veränderungen wie Depressionen, Suizidgedanken und andere psychische Veränderungen
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • motorische Probleme und Verschlimmerung der Parkinson-Symptomatik
  • Kurzatmigkeit
  • Hautausschläge
  • Blutarmut
  • Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen
  • Appetit- und Gewichtsverlust
  • Sehstörungen
  • Infektionen der Harnwege

Abwägen zwischen Wirkung und Nebenwirkung

Die Liste ließe sich fortsetzen, und der Beipackzettel ist entsprechend lang. Allerdings müssen all die genannten Symptome nicht auftreten. Jeder reagiert unterschiedlich auf die Substanzen. Und die unerwünschten Wirkungen sind immer auch in der Gesamtschau mit den erwünschten zu sehen. Wenn Sie eine deutliche Verbesserung Ihrer Beweglichkeit und Ausdrucksstärke merken, nehmen Sie ein leichtes Darmgrummeln vielleicht in Kauf.

Dennoch sollten Sie Ihren Arzt über alle Veränderungen und Beschwerden informieren. Er kann entscheiden, was Sie dagegen unternehmen können, oder ob das Medikament tatsächlich abgesetzt werden muss.

Autoren: Celina Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)