Wie wirkt Amantadin gegen Parkinson?

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Wirkung von Amantadin bei der Parkinson-Erkrankung ist unter Experten umstritten. Denn nach streng wissenschaftlichen Kriterien ist die Wirkung in Studien kaum besser gewesen als die von Plazebo, also einem Scheinmedikament. Allerdings gibt es auch nicht wenige Ärzte, die über gute Erfahrungen mit dem Wirkstoff berichten.

Glutamat gehemmt, Dopamin gefördert

Amantadin gehört formal zu den sogenannten NMDA-Antagonisten. Unter dieser kryptischen Bezeichnung sind Medikamente zusammengefasst, die den Botenstoff Glutamat im Gehirn hemmen. Davon gibt es bei der Parkinson-Erkrankung eher zu viel. Gleichzeitig wirkt Amantadin auch dezent stimulierend auf Dopamin, in dem es dessen Ausschüttung fördert und dessen Rückholung in die Zelle behindert. Und beim Morbus Parkinson fehlt es or allem an Dopamin, deshalb ist dieser Effekt gewünscht.

Die Befürworter von Amantadin weisen vor allem auf Verbesserungen der Beweglichkeit hin. Dazu passt auch, dass bei einer schweren Parkinson-Komplikation, der akinetischen Krise (plötzlich fast völlige Bewegungsstarre) Amantadin als Notfallmedikament der ersten Wahl gilt.

Häufig Nebenwirkungen von Amantadin sind zum Beispiel:

  • Magen-Darm-Probleme, vor allem Durchfall
  • Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen
  • depressive Verstimmung
  • epileptische Anfälle
  • Hautflecken
  • Herzrasen
  • Wassereinlagerungen in Armen und Beinen (Ödeme)

Präparate mit Amantadin:

  • Amantadin (unter diesem generischen Namen von verschiedenen Herstellern im Handel)
  • Amixx®
  • Hofcomant® (Österreich)
  • PK-Merz®
  • Symmetrel® (Schweiz)
  • Tregor®

Autor: Dr. med. Jörg Zorn