Parkinson: Was ist bei der Einnahme von Safinamid zu beachten?

Safinamid (Handelsname Xadago®) gehört zu den MAO-Hemmern und verhindert den Abbau von Dopamin. Beim Morbus Parkinson herrscht ein Mangel an diesem wichtigen Botenstoff, der durch das Medikament ein Stück weit ausgeglichen wird. Die Tablette wird ein Mal täglich unzerkaut mit einem Schluck Wasser eingenommen.

Da die Verwertung des Wirkstoffs im Körper durch die Nahrung nicht beeinflusst wird, können Sie Xadago® mit oder ohne Mahlzeit einnehmen. Sollte Ihr Arzt Ihnen etwas anderes mitgeteilt haben, halten Sie sich unbedingt an seine Anweisungen und fragen Sie bei Unsicherheiten noch einmal nach.

Zwei, die sich gut ergänzen: Safinamid und L-Dopa

Safinamid wird in der Regel in Kombination mit L-Dopa eingenommen, wenn dieses allein nicht mehr ausreichend wirkt. Es sorgt nämlich dafür, dass das zugeführte L-Dopa länger im Gehirn zirkuliert und dadurch besser wirken kann. Dazu hemmt es die sogenannte Monoaminooxidase, ein Enzym (Eiweiß), das Dopamin abbaut.

Die beiden Substanzen ergänzen sich somit sehr gut und verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Die Kombination mit Sanifamid erlaubt es mitunter sogar, die Dosis von L-Dopa zu reduzieren und damit auch die unerwünschten Nebenwirkungen besser in Schach zu halten.

Wenn Sie unter L-Dopa beispielsweise von starken Wirkschwankungen geplagt sind, die ständig zwischen einer eingeschränkten Motorik auf der einen und überschießenden Bewegungen auf der anderen Seite pendeln, könnte die Kombinationstherapie etwas für Sie sein. Ihr Arzt wird das sicher mit Ihnen besprechen.

Beim Essen keine Einschränkungen

Der Wirkstoff hat noch ein paar weitere Vorteile:

Im Gegensatz zu den Vorgängersubstanzen müssen Sie mit Safinamid z.B. auf so gute Lebensmittel wie Käse und Rotwein nicht verzichten. Darin ist ein bestimmter Stoff enthalten, der unter den früheren Medikamenten ähnlich wie Dopamin weniger schnell abgebaut wurde. Dadurch bestand die Gefahr eines Überschusses mit gravierenden Folgen, wenn der Stoff zusätzlich von außen aufgenommen wurde. Dieses Risiko müssen Sie mit Xadago® nicht befürchten, da es viel präziser nur den Abbau von Dopamin hemmt.

Außerdem wirkt es reversibel, das heißt, das blockierte Enzym erholt sich nach einer Weile wieder. Dadurch wird die Gefahr unerwünschter Wirkungen ebenfalls gebannt. Sie können parallel zu Safinamid sogar bestimmte Antidepressiva (sogenannte Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI) einnehmen, was mit den MAO-Hemmern der ersten Generation tabu war.

Noch ein paar Tipps

Da das Medikament die Muskelfunktion beeinflussen kann, hören Sie bei sportlichen Aktivitäten auf Ihren Körper und machen Sie nichts, wobei Sie sich körperlich unsicher fühlen.

Es ist nicht bekannt, dass Safinamid die Verkehrstüchtigkeit negativ beeinträchtigt. Dennoch sollten Sie es mit Ihrem Arzt absprechen, wenn Sie planen, während der Behandlung Auto zu fahren oder andere Maschinen zu bedienen.

Und zuletzt noch ein Hinweis: Wenn Sie die Einnahme einmal vergessen sollten, ist das nicht weiter schlimm. Holen Sie es nicht beim nächsten Mal mit der doppelten Menge nach, sondern fahren Sie einfach wie gewohnt mit der bisherigen Dosis fort.

Autoren: Celina Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)

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