Parkinson: Kann die Einnahme von Rasagilin gefährlich sein?

Rasagilin (Handelsname Azilect®) wird zur Behandlung von Parkinson bei leichten Beschwerden oder in Kombination mit anderen Medikamenten verabreicht. Es hemmt den Abbau des Botenstoffs Dopamin, das bei der Erkrankung nicht mehr in ausreichender Menge gebildet wird. Unter verschiedenen Umständen verbietet sich eine Therapie mit Rasagilin allerdings.

Bei bekannten Überempfindlichkeiten oder Allergien gegen Rasagilin beispielsweise muss von einer Behandlung mit dem Wirkstoff abgesehen werden. Auch bei stark eingeschränkter Leberfunktion darf man das Medikament nicht einnehmen, da es sonst zu weiteren Schädigungen oder sogar einem vollständigen Versagen des Organs kommen kann.

MAO-Hemmer und SSRI: ein No-Go!

Während der Therapie mit Rasagilin dürfen außerdem einige Medikamente keinesfalls gleichzeitig eingenommen werden. Dazu gehören alle anderen Hemmstoffe der sogenannten Monoaminooxidase (MAO). Das ist ein Eiweiß, das bestimmte Botenstoffe abbaut, u.a. eben auch Dopamin. Wenn dieser Abbau verhindert wird, wofür Rasagilin sorgt, steht folglich mehr Dopamin zur Verfügung. Der Mangel aus der verminderten Produktion wird damit indirekt ein Stück weit ausgeglichen.

Nun gibt es aber auch andere Medikamente, die MAO blockieren. Dazu zählen insbesondere manche Antidepressiva (sogenannte Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI). Wenn sich die verschiedenen Substanzen in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken, kann das sehr gefährlich werden.

Hinzu kommt nämlich auch, dass die MAO-Hemmer nicht nur den Abbau von Dopamin hemmen, sondern auch von anderen Botenstoffen. Deren Konzentration kann dann damatisch ansteigen. Das gefürchtete "Serotonin-Syndrom" ist sogar ein lebensbedrohlicher Zustand.

Aber wie gesagt, das ist nur bei der Kombination mehrerer Medikamente zu befürchten, und Ihr Arzt wird darauf genau achten.

Weitere schädliche Kombinationen

Es gibt weitere Arzneimittel, die in Wechselwirkung mit Rasagilin treten können und die man deshalb während der Behandlung nicht einnehmen sollte. Darunter fallen z.B. Präparate, die Johanniskraut enthalten, Mirtazapin oder Tramadol. Sollten Sie eines der genannten Medikamente einnehmen und eine Rasagilin-Therapie für Sie in Betracht stehen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Bedenken Sie außerdem, dass auch rein pflanzliche und frei verkäufliche Medikamente wie z.B. Kräutertees oder -kapseln, die Johanniskraut enthalten, zu Wechselwirkungen führen können. Nennen Sie Ihrem Arzt daher auch vermeintlich harmlose Präparate, die Sie einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit: zu ungewiss

Und schließlich ist Rasagilin in der Schwangerschaft und Stillzeit tabu. Zwar sind in tierexperimentellen Studien keine schädlichen Auswirkungen beobachtet worden; es liegen aber auch keine Untersuchungen vor, die dem Präparat in dieser heiklen Zeit eine Unbedenklichkeit bescheinigen. Zur Sicherheit sollte daher auf die Einnahme verzichtet werden.

Autoren: Celina Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen