Parkinson: Was ist bei der Einnahme von Opicapon zu beachten?

Der Wirkstoff Opicapon, im Handel als Ongentys® erhältlich, wird erst im Verlauf der Parkinson-Krankheit und nur in Kombination mit L-Dopa eingesetzt. Gerade am Anfang ist es nicht ganz einfach, die passende Dosis zu finden. Nehmen Sie Opicapon daher immer genau so ein, wie Ihr Arzt es Ihnen verschrieben hat, und scheuen Sie bei Unsicherheiten nicht, noch einmal nachzufragen.

Einmal täglich abends eine Kapsel

Grundsätzlich nimmt man einmal täglich eine Opicaponkapsel mit etwas Wasser ein, bevor man zu Bett geht. Wichtig ist, dass die Einnahme mindestens eine Stunde zeitversetzt zu Medikamenten mit Levodopa erfolgt.

Wenn Sie die Einnahme einmal vergessen oder zu viele Kapseln eingenommen haben, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt. Er kann Sie bezüglich des weiteren Vorgehens beraten.

Nicht zu viel und nicht zu wenig

Im Alltag mit Ongentys® sollten Sie beachten, dass man die Dosis mit der bereits bestehenden Therapie mit Levodopa und anderen Parkinsonpräparaten abstimmen und ggf. im Verlauf anpassen muss. Opicapon verstärkt die Wirkung von Levodopa. Dabei ist es wichtig, das richtige Maß zu finden, um die Bewegung einerseits zu verbessern, andererseits aber auch nicht zum Überschießen zu bringen.

Manchmal ist eine Veränderung der Dosis schon nach wenigen Tagen erforderlich, in anderen Fällen erst nach ein paar Wochen. Vor allem Dyskinesien (Störungen im Bewegungsablauf), Wahnvorstellungen und Magen-Darm-Beschwerden sind mögliche Symptome einer Überdosierung von Levodopa, die Sie ernst nehmen und Ihrem Arzt mitteilen sollten.

Auch Ihre Leberwerte sollten regelmäßig überprüft werden, da es unter der Opicapon-Einnahme zu einem Anstieg der Leberenzyme kommen kann. Vor allem bei andauernder Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust sollten Sie Ihre Leberwerte bestimmen lassen.

Unangenehm: psychische Auffälligkeiten unter Opicapon

Außerdem kann es während der Therapie zu psychischen Veränderungen kommen. Weisen Sie auch Vertraute aus Ihrem engeren Umfeld darauf hin, damit diese auf Auffälligkeiten in Ihrem Verhalten schneller aufmerksam werden und Ihnen helfen können.

Wenn Sie selbst das Gefühl haben, einen größeren Drang dazu zu haben, Geld auszugeben, einen gesteigerten Appetit wahrnehmen oder ein stärkeres Verlangen nach Sex haben, dann schämen Sie sich nicht dafür. Es handelt sich hierbei um mögliche Nebenwirkungen der Medikamente, für die Sie nichts können. Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an, er kann Ihnen helfen.

Wenn ihr Arzt Ihnen das Autofahren grundsätzlich trotz der Parkinsonerkrankung erlaubt, achten Sie dennoch darauf, dass die Therapie mit Opicapon und Levodopa Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit nehmen kann. Wenn Sie sich benommen oder schwindelig fühlen, sollten Sie sich nicht ans Steuer setzen.

Das Gleiche gilt für körperliche Aktivitäten. Bewegung tut gut, sollte aber immer in einem sicheren Rahmen stattfinden, um Unfällen und Verletzungen vorzubeugen.

Autoren: Celina Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)

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