Auf welche Weise wirken Anticholinergika gegen die Parkinson-Krankheit?

Anticholinergika sind Medikamente, die den Botenstoff Acetylcholin hemmen. Damit können vor allem das Zittern und die Steifigkeit gelindert werden, beides typische Parkinson-Symptome. Zwei klassische Vertreter der Anticholinergika sind die Wirkstoffe Biperiden und Clozapin.

Um den Wirkmechanismus dieser Medikamente etwas besser zu verstehen, muss man tiefer in die Entstehung des Morbus Parkinson eintauchen. Dabei geht es vor allem um zwei Botenstoffe im Gehirn: zum einen um das Dopamin; zum anderen um Acetylcholin.

Wenig Dopamin = viel Acetylcholin

Ohne dass man so ganz genau weiß warum, kommt es bei der Parkinson-Krankheit zu einer verminderten Produktion von Dopamin im Gehirn. Dopamin ist maßgeblich an der Steuerung unserer Bewegungsabläufe beteiligt. Das erklärt die verschiedenen Bewegungsstörungen, die bei der Parkinson-Krankheit auftreten. Aber nur zum Teil: Denn daran mitbeteiligt ist auch Acetylcholin. Acetylcholin ist eine Art Gegenspieler von Dopamin. Wenn Dopamin fehlt, steigt Acetylcholin an. Und auch das verursacht die Parkinson-Symptome, vor allem das starke Zittern.

Die typischen Beschwerden beim Morbus Parkinson sind also nicht nur auf den Dopaminmangel zurückzuführen, sondern auch auf eine Zunahme von Acetylcholin. Anticholinergia wie Biperiden (Akineton®) und Clozapin wirken diesem Ungleichgewicht entgegen. Wegen ihrer zahlreichen Nebenwirkungen werden sie aber heute nur noch in Ausnahmesituationen verschrieben.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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