Neues Parkinson-Gen entdeckt

Ein internationales Forscherteam unter deutscher Leitung hat ein neues Gen entdeckt, das für die Entwicklung der Parkinson-Erkrankung verantwortlich zu sein scheint. Damit ist zu dem bis heute noch weitgehend ungeklärten Zusammenspiel aus Genen, Umwelteinflüssen und spontanen Mutationen zwar nur ein kleiner Mosaikstein hinzugefügt. Aber immerhin.

Die Wissenschaftler hatten bei rund 1.200 Menschen mit Morbus Parkinson und bei 2.800 gesunden Probanden Genanalysen vorgenommen. Dabei stießen sie auf eine bestimmte Genvariante, die bei Parkinson-Patienten auffällig häufig aktiv war.

Vitamin-B6-Umwandlung gestört?

Es handelt sich um ein Gen, das das Enzym Pyridoxalkinase reguliert. Den Namen dieses Enzyms muss man sich jetzt nicht zwingend merken, aber wichtig ist, dass Pyridoxalkinase an der Produktion von Dopamin beteiligt ist. Also genau dem körpereigenen Botenstoff, dessen Mangel für die Parkinson-Symptome verantwortlich gemacht wird. Für die, die es genau wissen wollen: Pyridoxalkinase wandelt Vitamin B6 aus der Nahrung in die aktive Form um und diese aktivierte Vitamin-B6-Variante braucht der Körper, um Dopamin herzustellen.

Nach Ansicht der Studienautoren bieten diese Erkenntnisse nicht nur akademischen Zugewinn, sondern auch die Chance auf neue therapeutische Ansätze – zumindest mittelfristig.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn, 12.01.10
Quelle: Annals of Neurology, DOI: 10.1002/ana.21780, Helmholtz Zentrum München

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